Rente Wahlmöglichkeiten beim Übergang in den Ruhestand

Eine Frau geht durch eine Drehtür

Wahlmöglichkeiten beim Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand – das möchten mehr als 80 Prozent der Menschen in Deutschland. Tatsächlich sind sie aber nur für wenige Realität. Doch gerade, wenn die allgemeine Lebensarbeitszeit sich verlängert, werden flexible Wege in die Rente immer wichtiger. Dies gilt besonders für diejenigen, die in ihrem Beruf großen Belastungen ausgesetzt sind.

Manchmal ist schon mit 60 Schluss

Seit Monaten versuchen Union und SPD vergeblich, sich zu einigen. In dieser Woche mussten sich daher die Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder und Thomas Oppermann der Sache annehmen. Der Ausgang ist offen. Dabei liegen die Handlungsnotwendigkeiten auf dem Tisch: In vielen Berufen ist schon um die 60 Schluss, weil Bandscheibe, Knie oder Schulter nicht mehr mitmachen. Auch Stress oder psychischer Druck führen dazu, dass viele Beschäftigte vorzeitig aus dem Job ausscheiden müssen.

Auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber klagen über einen Fachkräftemangel. Zwar hat sich die Beschäftigungssituation Älterer verbessert und gesundheitlich beeinträchtigte Personen können durch Rehabilitation, betriebliche Wiedereingliederung beziehungsweise individuelle Anpassung des Arbeitsumfelds immer häufiger ihren Arbeitsplatz behalten. Doch leider gelingt insbesondere Beschäftigten in besonders belasteten Berufen noch zu selten der nahtlose Übergang von einem Beschäftigungsverhältnis in die Rente.

Eine Teilrente ab dem 64. Lebensjahr ist für Viele zu spät!

Vielen Beschäftigten könnte es helfen, wenn sie in Teilzeit arbeiten und gleichzeitig eine Teilrente beziehen könnten. Leider geht das heute erst ab dem 64. Lebensjahr. Das ist für Viele zu spät. Für Viele stellen auch die enormen Abschläge ein Hindernis dar. Hier müssen Arbeitgeber und Parlament über einen Ausgleich nachdenken, zumindest für die Beschäftigten mit den größten gesundheitlichen Problemen. Beschäftigte und Arbeitgeber sollten auch ausnahmslos für einen früheren (Teil-)Ausstieg aus dem Erwerbsleben vorsorgen und freiwillig Beiträge zum Ausgleich von Abschlägen zahlen dürfen.

Mehr Wahlfreiheit auch nach der Regelaltersgrenze

Auf der anderen Seite müssen wir deutlich mehr für die tun, die auch nach der Regelaltersgrenze weiterarbeiten können und wollen. Denn nicht selten merken Arbeitgeber erst nach Verabschiedung ihrer Angestellten, wie groß die Lücke ist, die sie hinterlassen haben. Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum Arbeitgeber zwar Sozialbeiträge für ihre beschäftigten Rentnerinnen und Rentner zahlen, diese aber nicht in Form höherer Renten ankommen. Das muss sich ändern. Es ist richtig und wichtig, sowohl vor als auch nach der Regelaltersgrenze für mehr Flexibilität zu sorgen. Nur so können wir zu mehr Wahlfreiheit und Selbstbestimmung kommen, für gesunde wie auch für belastete Beschäftigte und sicherstellen, dass alle länger am Erwerbsleben teilhaben.

Mit unserem Antrag fordern wir die Bundesregierung auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Voraussetzungen für flexible und sichere Rentenübergänge schafft, über die Regelaltersgrenze hinaus und auch in Teilzeit.

Mit einem weiteren Antrag wollen wir das kommunale Ehrenamt stärken und die Anrechnung von Aufwandsentschädigungen auf die Rente neu ordnen.

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