Grüne Wirtschaftskonferenz Wandel unternehmen - Aufbruch in eine faire und ökologische Wirtschaft von morgen!

Eine Wirtschaft, die für alle Menschen ökologisch, fair und gerecht gestaltet ist, muss keine Vision bleiben. Sie bricht sich schon heute Bahn, wie ein Baum, der den Straßenzug der Old Economy aufgebrochen hat und einer neuen Wirtschaft den Weg bereitet, mit sozialen und ökologischen Leitplanken. So auch das Veranstaltungslogo der Wirtschaftskonferenz der grünen Bundestagsfraktion, auf der am 4. Juli zahlreiche Abgeordnete mit den hundert TeilnehmerInnen und den geladenen ReferentInnen diskutiert haben.

In der Begrüßungsrede des Fraktionsvorsitzenden Dr. Anton Hofreiter wurde deutlich, dass es eine Politik mit einer klaren Orientierung und Zielen braucht, um eine Wettbewerbsordnung zu schaffen, in der alle Wirtschaftssubjekte die gleichen Voraussetzungen erfüllen müssen (gerechtes level playing field). Eine solche Wettbewerbsordnung verhindert dann unlautere Vorteile für Unternehmen, die sich einzig und allein der Maximierung ihrer Rendite verschreiben, sondern wird die Unternehmen fördern, die neben ökonomischen Zielen auch sozial und ökologisch verantwortlich handeln.

Wohlstand für Alle – eine Vision?!

Welche Orientierung und Ziele muss sich eine grüne Politik geben, wenn sie die gegenwärtigen sozialen und ökologischen Herausforderungen volkswirtschaftlich beziehungsweise global lösen will? Die Antworten auf diese Fragen skizzierte Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts, in seiner Keynote. Mit Rückgriff auf die Ergebnisse der Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Bundestages stellte er in den Mittelpunkt seiner Überlegungen die Frage nach den Entkopplungsmöglichkeiten von Wirtschaftswachstum und Umweltverbrauch. Die Orientierungs- und Zielgrößen leitete er dabei aus den Konzepten der planetary boundaries von Rockstöm und weiteren AutorInnen, sowie des Doughnut Economics Ansatzes von Kate Raworth ab.

Orientierungspunkte für grüne Wirtschaftspolitik sollten demnach sein, ein zukunftsfähiger Wohlstand und Lebensqualität, die sich innerhalb der Tragfähigkeitsgrenzen unserer Erde organisieren und die sich frei machen von dem Zwang, wachsen zu müssen. Zielgröße ist die absolute Reduktion unserer heutigen Umweltverbräuche bei der Verfolgung der neu definierten Sustainable Development Goals - auf Deutsch: Nachhaltige Entwicklungsziele. Damit Ökonomie und Ökologie sich miteinander versöhnen lassen, braucht es neben technischem Fortschritt auch die Einbettung dieser Technologien in einen sozialen Wandel anders zu produzieren und zu konsumieren. Andernfalls würden technologisch erreichte Effizienzgewinne allzu oft von sogenannten Reboundeffekten zunichte gemacht.

Vorreiter, die zeigen dass das geht

Wie das gehen kann und dass das keine Nische mehr ist in unserer heutigen Art zu wirtschaften, haben uns die Pionierinnen und Pioniere des Wandels gezeigt. Vor Ort waren eine Vielzahl von UnternehmerInnen und Initiativen, die sich sowohl in einem speziellen Podium, als auch in einem Markt der Ideen präsentierten. Die Bandbreite dieser kreativen Wirtschaftsakteure reichte von Avantgardisten wie Premium Cola, die die gesamte Wertschöpfungskette ihrer Getränke konsensdemokratisch über ein kollektives Netzwerk organisieren, über den genossenschaftlich organisierten Biogartenbau von WirGarten e.V., bis zu Nager IT, die für den IT Markt zeigen, dass man sozial-ökologisch verantwortliche Transparenz in der Lieferkette herstellen kann, wenn man das will.

Daneben gab es mit Carl Klostermann und Söhne oder Märkisches Landbrot aber auch traditionell mittelständisch geprägte Unternehmen, die ganz eigene Strategien entwickeln, um über Jahrzehnte qualitativ hochwertige Waren in zum Teil globalisierten Märkten mit entsprechenden Preisdruck zu platzieren. Allen Akteuren gemein war eine ganzheitliche Orientierung in den Unternehmenszielen, in deren Mittelpunkt eben nicht nur Wirtschaftswachstum um jeden Preis stand, sondern verantwortliches Handeln im sozialen wie ökologische Sinne. Dass das oft mit veränderten Nutzungsmustern und damit veränderten Konsummustern einhergeht, zeigten Vertreter der Collaborative Economy wie OuiShare und Leihbar.

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