WHO-Monografie Glyphosat Glyphosat-Krebsrisiko gründlich prüfen

In Deutschland werden jährlich 6.000 Tonnen Glyphosat versprüht.
In Deutschland werden jährlich 6.000 Tonnen Glyphosat versprüht.

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Im März 2015 gaben die Krebsexperten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt, dass das weltweit meistverwendete Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend für Menschen“ sei. Seitdem tobt die Debatte um den Stoff. Jetzt ist die Monografie mit der ausführlichen Begründung der WHO-Krebsforschungsagentur IARC erschienen.

Bundesregierung und Deutschlands oberste Risikobewerter vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) verharmlosen die Risiken des Ackergifts seit Bekanntwerden der WHO-Krebswarnung im Schulterschluss mit dem größten Glyphosat-Hersteller Monsanto nach Strich und Faden. Die Einstufung der renommierten WHO-Krebsforschungsagentur IARC sei „schlecht nachvollziehbar“ und weltweit isoliert. Monsanto spricht gar von „Dreckswissenschaft“ („junk science“) und fordert, die WHO-Experten sollten ihre Einstufung zurückziehen.

Keine Neuzulassung für krebserregende Pestizide

Die Ausrede von der schlechten Nachvollziehbarkeit gilt ab heute nicht mehr. Bundesregierung und BfR müssen jetzt genauso wie die zuständige EU-Behörde EFSA und die WHO-Pestizidexperten ihre Hausaufgaben machen und die IARC-Monografie sorgfältig prüfen. Wenn sich die IARC-Einschätzung bestätigt, muss auch die EU Glyphosat in die entsprechende Krebsrisikostufe eingruppieren. Stoffe, die als „wahrscheinlich krebserregend“ gelten, sind nach aktueller Rechtslage in der EU nicht als Pestizide zulassungsfähig. Diese Rechtslage darf jetzt auf keinen Fall einfach aufgeweicht werden, um dennoch eine Glyphosat-Neuzulassung zu ermöglichen.

Es darf keine Neuzulassung für den Allround-Pflanzenkiller geben, wenn sich das Urteil der WHO-Experten bestätigt. Landwirtschaftsminister Schmidt und seine EU-Kollegen müssen ein Ausstiegsprogramm für die Landwirtschaft auf den Weg bringen, damit sie von der Spritze loskommt. Dass es auch ohne Glyphosat sehr gut geht, beweisen die Biobauern seit vielen Jahren.

Skandalöser Umgang mit Glyphosat-Risiken

Der bisherige Umgang des BfR mit den Glyphosat-Risiken ist schlicht skandalös. Da wird nicht nur auf Teufel komm raus verharmlost, sondern auch eigene Erkenntnisse zum Krebsrisiko werden unter den Teppich gekehrt und den WHO-Krebsexperten wird unterstellt, sie seien voreingenommen. Vor diesem Hintergrund erscheint es äußerst fragwürdig, dass mit Roland Solecki ausgerechnet der Chef der BfR-Pestizidabteilung zum Leiter eines WHO-Gremiums berufen wurde, das „unabhängig“ über die verschiedenen Meinungen zur krebserregenden Wirkung von Glyphosat befinden soll. Dieser Posten muss anders besetzt werden, wenn das Ergebnis glaubwürdig sein soll.

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