Klimakonferenz in Paris Klimaschutz braucht Klimaforschung

Eine Forschungsstation in der Antarktis
Wir müssen jetzt den Schwung der Pariser Klimaschutzkonferenz nutzen. Es ist ein Forschungsrahmenprogramm erforderlich, das ressortübergreifend alle Förderaktivitäten der Bundesregierung im Bereich der Klima- und Klimafolgenforschung miteinander verknüpft, weiterentwickelt und stärkt.

Bei der Klimakonferenz in Paris hat sich die Weltgemeinschaft auf ambitionierte Ziele für den Klimaschutz verständigt. Jetzt geht es an die Umsetzung und damit an deutlich mehr Einsatz, damit wir das Ziel von 1,5 oder maximal 2 Grad Erderwärmung auch erreichen können.

2 Grad geht nur ohne Kohle

Deutschland hat seine ehemalige Vorreiterrolle beim Klimaschutz längst eingebüßt. Die Bundesregierung setzt beispielsweise ungeachtet der wissenschaftlichen Warnungen zu den CO2-Emissionen weiterhin auf schmutzige Kohlekraft.

2 Grad geht nur mit ressortübergreifender ‚action‘

Zwar verfügt Deutschland seit Jahrzehnten über eine Klimaforschung auf internationalem Spitzenniveau. Doch anders als in anderen Forschungsfeldern gibt es bislang noch keinen eigenen strategischen Ansatz, der ressortübergreifend alle Aktivitäten der Bundesregierung im Bereich der Klima- und Klimafolgenforschung bündeln würde.

Wir brauchen ein Rahmenprogramm

Die grüne Bundestagsfraktion fordert jetzt in einem Antrag ein solches Rahmenprogramm für Klima- und Klimafolgenforschung. Ein eigenes Forschungsrahmenprogramm böte die Chance, transparent und sichtbar zu machen, welchen Stellenwert die Bundesregierung der Klimaforschung hierzulande einräumt. Es kann offene Forschungsbedarfe identifizieren, um Wissenslücken zu schließen, Gegen- und Anpassungsstrategien zu entwickeln und Folgen beherrschbar halten zu können.

Zwar gibt es seit 2014 das „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“. Um die zentrale Rolle von Forschung und Entwicklung für die Klimapolitik herauszuarbeiten und den nötigen Einfluss zu erzielen, reicht das aber bisher nicht aus. Gleiches gilt für das Forschungsrahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA) des Bundesforschungsministeriums, das mit seinem integrativen Ansatz, Klimaforschung und Praxis miteinander zu verbinden, wichtige Impulse gibt.

Wir müssen jetzt den Schwung der Pariser Klimaschutzkonferenz nutzen. Es ist ein Forschungsrahmenprogramm erforderlich, das ressortübergreifend alle Förderaktivitäten der Bundesregierung im Bereich der Klima- und Klimafolgenforschung miteinander verknüpft, weiterentwickelt und stärkt.

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