Pestizidbelastung Bio is(s)t besser

Produkte in einem Bioladen
Sind Biolebensmittel gesünder als konventionelle?

Sind Bio-Produkte gesünder als konventionelle? Und schmecken sie vielleicht besser? Wir haben die Pestizidbelastung von Bio- und konventionellen Produkten auf Basis der staatlichen Stichproben aus allen Bundesländern vergleichen lassen. Es ist der erste umfassende Vergleich dieser Art auf einer größeren Datenbasis. Das Fazit: Bio-Lebensmittel sind im Gegensatz zu konventionellen nahezu pestizidfrei.

Ein direkter Vergleich von 37 ökologisch und konventionell erzeugten Lebensmitteln zeigt, dass bei einigen konventionell erzeugten Lebensmitteln die Pestizidbelastung bis zu 3.000 mal höher ist. Im Schnitt ist konventionelles Obst 350 mal und konventionelles Gemüse 30 mal stärker belastet.

„Der Pestizidverbrauch steigt und steigt immer weiter, genauso die Rückstände in unseren Lebensmitteln. Die Hersteller feiern von Jahr zu Jahr neue Rekordumsätze“, kommentiert Harald Ebner, in der Fraktion zuständig für Pestizide, „wir müssen den Trend zu immer mehr Pestiziden umkehren. Minister Schmidt muss endlich ein Pestizidreduktionsprogramm auf den Weg bringen, das die Landwirtschaft langfristig in die Lage versetzt, weitestgehend ohne Pestizide auszukommen. Bio macht seit Jahrzehnten vor, dass das sehr gut möglich ist.“

Die europäischen Vorschriften für Säuglingsnahrung erlauben für jedes einzelne Pestizid Rückstände von höchstens 0,01 Milligramm pro Kilogramm. Etwa 95 Prozent aller im Zeitraum 2011 bis 2013 geprüften Bio-Proben enthielten in der Summe aller Pestizide weniger als 0,01 Milligramm pro Kilogramm. Konventionell produzierte Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, eignen sich dagegen größtenteils nicht als Grundlage für Säuglingsnahrung.

Die wenigen Bio-Proben, die mit Pestiziden verunreinigt sind, enthalten überwiegend (über 90 Prozent) Pestizide aus der konventionellen Landwirtschaft. Abdrift und „Altlasten“ (zum Beispiel DDT) im Boden spielen sind dabei meistens die Ursachen. Auch bei der Mehrfachbelastung mit verschiedenen Pestizidwirkstoffen stehen Biolebensmittel deutlich besser da als konventionelle. „Die Wirkung solcher Pestizidcocktails wird bei Zulassung und Risikobewertung völlig unzureichend berücksichtigt. Das muss sich ändern. Und wir brauchen dringend bessere Daten. Dazu muss die Bundesregierung endlich ein Humanbiomonitoring starten, das auch prüft, auf welchen Wegen und in welchen Mengen die Pestizide in unsere Körper gelangen“, sagt Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherpolitik.

Die Ergebnisse der Untersuchung in Stichworten:

  • Die Pestizidbelastung konventioneller Produkte ist im Einzelfall bis zu 3.000 mal höher als bei Bio-Produkten.
  • Konventionelles Obst ist durchschnittlich 350 mal höher belastet als Bio-Obst.
  • Wenn einzelne Bio-Produkte doch mal mit Pestiziden verunreinigt sind, stammen die meist aus der benachbarten konventionellen Landwirtschaft.

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3 Kommentare
Würden Grenzwerte überschritten
Thorsten 17.01.2016

Konventionell bis zu 3000 mal höhere Werte von welchem Wert ausgehend und wurden dabei Grenzwerte überschritten kein Wort davon in dem Bericht aber Hauptsache Angst und Schrecken verbreiten in der Nachbarschaft werden gerade konventionelle Möhren mit biomöhren gemischt weil die biomöhren zu hohe nitratwerte haben und deshalb nicht als Baby Nahrung verwendet werden können bei Bio ist also auch nicht alles besser und die Erträge sind so niedrig das Deutschland zum Importland wird wenn wir alle Bio machen würden da wir uns das leisten könnten würden wir also nur den Hunger in der Welt vergrößern

Hunger in der Welt
Sabine 17.01.2016

Also würden wir uns tatsächlich Sorgen um den Hunger in der Welt machen, dann müßten wir zuallererst mal dafür sorgen, daß keine Lebensmittel mehr weggeworfen werden! Machbar, Frankreich hat es vorgemacht und ein Gesetz beschlossen, daß Supermärkte ihre nicht verkauften Lebensmittel entweder verschenken oder spenden müssen! Und daß Lebensmittel vorsätzlich vernichtet werden, nur um den Preis zu halten, ist sowieso eine Beleidigung gegenüber der Schöpfung und auch gegenüber jedem Landwirt, der mit viel Fleiß und dem Einsatz seiner ganzen Energie diese Produkte hat entstehen lassen. Produzieren wir lieber weniger Überschuß und dafür nachhaltig und gesund, dann hat jeder was davon!!

Im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Smudo 24.01.2016

Ein Bezug auf eine Studie, die nicht von einem selbst in Auftrag gegeben wurde, wäre irgendwie glaubwürdiger. Im Grunde kann man hier schon aufhören zu lesen. Hat es in der Geschichte der Menschheit eine Studie gegeben, die nicht im Interesse des Auftragsgebers ausfiel? Schade um die Mitgliedsbeiträge.

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