Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus Kein Vergessen!

Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Die Mordfabrik Auschwitz wurde zum Symbol der deutschen Verbrechen und des nationalsozialistischen Rassenwahns. Am 27. Januar, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, erinnern wir voller Trauer der Millionen Menschen, die von den Nazis ermordet wurden.

In der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag spricht – auch auf unseren Vorschlag hin – in diesem Jahr die Schriftstellerin und Schoa-Überlebende Ruth Klüger. In einem Interview mit der Jüdischen Allgemeinen berichtet sie, dass sich die Einladung nach Berlin für sie wie ein Triumph über die Nazis anfühle.

Die Unmenschlichkeit und Verbrechen des Nationalsozialismus dürfen nie in Vergessenheit geraten. Wir gedenken der Menschen, die von den Nazis verschleppt und auf grausamste Weise gequält und ermordet wurden. Wir gedenken der Jüdinnen und Juden, der Sinti und Roma, der Opfern des rassistischen Vernichtungskrieges, der politischen Gegnerinnen und Gegner des NS-Regimes, der Kranken und Menschen mit Behinderungen, der Kriegsgefangenen, der Homosexuellen, der sogenannten „Asozialen“ und der Wehrmachtsdeserteure. Wir gedenken der Opfer der Massenerschießungen und der grauenhaften Politik des Verhungernlassens in den Kriegsgefangenenlagern in einem rassistischen Vernichtungskrieg. Wir gedenken der Opfer der Vernichtungslager und der „Euthanasie“-Morde.

Erinnerung bedeutet für uns Grüne im Bundestag Verantwortung und aus dem Gedenktag erwächst für uns eine Verpflichtung in der Gegenwart. Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter erklären dazu: „Unteilbare Menschenrechte in den Verfassungen, Presse-und Meinungsfreiheit, parlamentarische Demokratie, klare Gewaltenteilungen, europäische Integration und eine auf internationale Einbindung und Kooperation basierende Außenpolitik - diese zivilisatorischen Errungenschaften gilt es sich immer wieder bewusst zu machen und gegen Relativierung und Demontage, auch von innen, zu verteidigen.“

Wir sind mit unserer Geschichte in der Pflicht, uns wachsam gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie und allen anderen Formen von Menschenfeindlichkeit zu richten. Es ist unsere Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass Menschen, die bei uns Schutz suchen, hier auch sicher leben können. Genauso müssen wir dafür Sorge tragen, dass Jüdinnen und Juden und Muslimas und Muslime frei von Diskriminierung, Übergriffen und Anschlägen auf ihre Gotteshäuser leben können.

Gefragt ist Entschiedenheit gegen jede Ausgrenzung, Hetze und Gewalt. Dazu gehören verstärkte zivilgesellschaftliche Prävention ebenso wie klare Antworten des Rechtsstaates: Niemand darf sich sicher dabei fühlen, wenn er andere menschenverachtend beschimpft, geistige Brandstiftung betreibt, Menschen bedroht und angreift.

Es ist unsere gemeinsame Aufgabe und gesamtgesellschaftliche Pflicht, erstarkenden rechtsextremen, rassistischen, antisemitischen, islamfeindlichen, homo- und transphoben Ideologien immer und überall zu widersprechen und unseren freiheitlich-demokratischen Rechtstaat zu verteidigen. Das ist Verantwortung.

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1 Kommentar
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GG 01.02.2016

Yo. Wenn faschistische Terroristen faktisch mit Steuergeldern finanziert werden und von Geheimdiensten gedeckt, kann man wohl sagen: Ziel verfehlt!

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