Energiewende "Auf in die Grüne Stromwelt!"

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Die grüne Bundestagsfraktion strebt an, dass Deutschland seine Stromversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umstellt. Die Machbarkeit eines solchen Zielszenarios wurde bereits 2015 mit der Studie „Die neue Stromwelt“ dargelegt. Doch wie soll der konkrete Fahrplan aussehen? Das jetzt vorgestellte Autorenpapier „Auf in die Grüne Stromwelt!“ skizziert die nächsten Haltestellen auf der Fahrt in die ein hundert Prozent nachhaltige Stromversorgung.

Der Stromsektor ist der Motor der Energiewende

Der Stromsektor ist für ein Drittel der deutschen Kohlenstoffdioxid-Emissionen verantwortlich. Die Akteure der Stromwirtschaft tragen daher eine besondere Verantwortung für den Klimaschutz und den Wandel hin zu einer klimaneutralen Energieversorgung. Gleichzeitig war der Stromsektor dank des dynamischen Ausbaus der erneuerbaren Energien im vergangenen Jahrzehnt der Treiber der Energiewende. So wird das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 mindestens 35 Prozent des Bruttostromverbrauches aus Erneuerbaren zu gewinnen, wohl bereits 2016 erreicht. Als einziges der relevanten Energiewende-Ziele.

Der schwarz-roten Bundesregierung fehlt der politische Wille zu mehr Klimaschutz: Sie deckelt den Ausbau erneuerbarer Energien und bremst damit die Energiewende aus. Doch eine komplett klimaneutrale Stromversorgung ist auch ein wichtiger Beitrag für die ökologische Modernisierung des Wärme- und Verkehrssektors. Deshalb gilt: Der Ausbau muss zügig vorangehen, damit etwa der Einstieg in die Elektromobilität gelingen kann. Um vollständig auf erneuerbare Energien umstellen zu können, müssen wir jetzt klimaneutralen Strom ambitioniert ausbauen, den heutigen Stromsektor effizienter machen und Einsparpotentiale bei der Nachfrage nach Energie nutzen.

Paris bedeutet eine Anhebung der Erneuerbaren-Ziele

Die Botschaft des Klimavertrages von Paris ist eindeutig: raus aus den Fossilen, rein in die Erneuerbaren. Der Kohleausstieg in Deutschland ist damit nur noch eine Frage des „Wie“ und „Wie schnell“ – nicht mehr des „Ob“. Doch die große Koalition verweigert sich dieser Aufgabe und wirft der Kohleindustrie Milliarden-Subventionen hinterher.

Statt auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzusteigen, will sie bis 2030 gerade einmal die Hälfte des Strombedarfs aus klimafreundlichen Energien decken. Wir sagen: Deutschland kann mehr. Die Erneuerbaren-Ziele ab 2025 müssen angehoben werden und statt Deckelei brauchen wir weiterhin Mindest-Ausbauziele. Nur so hat die Wirtschaft Planungssicherheit und die Klimaziele können eingehalten werden.

Das Mögliche auch angehen

Es ist möglich, innerhalb der nächsten 20 Jahre nacheinander aus Atom und Kohle auszusteigen und ein flexibles, modernes und rein erneuerbares Stromsystem zu bauen. Nur so können wir auch den restlichen Energiesektor dekarbonisieren, also so umgestalten, dass kein Kohlendioxid freigesetzt wird. Hierfür beschreiben wir konkrete Handlungsaufträge für vier Großbaustellen.

1. Raus aus Atom und Kohle!

Deshalb fordern wir…

  • Den Atomausstieg konsequent umsetzen und Entwicklung eines transparenten Endlagersuchverfahrens, das auf geologisch-wissenschaftlichen Kriterien beruht!
  • Einen öffentlich-rechtlichen Fonds für die Atom-Rückstellungen!
  • Einen Fahrplan für einen Kohleausstieg in 15 bis 20 Jahren durch die Einführung von CO2-Grenzwerten für Kohlekraftwerke!

2. Die Energiewende in Bürgerhand!

Deshalb fordern wir…

  • Damit das Klima wirksam geschützt wird, wollen wir erneuerbaren Energien ausbauen statt deckeln.
  • Wir wollen die Bürgerenergiewende mit ihren vielen Akteuren stärken.
  • Damit erneuerbare Energie da entsteht, wo sie genutzt wird, wollen wir den dezentralen Ausbau weiterhin voranbringen.
  • Damit die Energiewende kosteneffizient und gerecht ist, wollen wir den Ausbau der günstigsten Erneuerbaren vorantreiben und die Kosten fairer verteilen.

3. Das System flexibilisieren!

Deshalb fordern wir…

  • Einen Einstieg in den Strommarkt der Zukunft, bei dem Klimafreundlichkeit und Flexibilität zählen!
  • Den Netzausbau konsequent aber in Einklang mit Mensch und Natur voranbringen!
  • Reform der Netzentgelte, die Fairness und Transparenz erhöht!

4. Die Effizienzrevolution beginnen!

Deshalb fordern wir…

  • Ein umfassendes Energiespargesetz und die Weiterentwicklung der EU-Ökodesignrichtlinie!
  • Einen Energiesparfonds der besonders einkommensarmen Haushalte mit besserer Energieberatung und kostenlosen Stromsparchecks hilft!
  • Die Einrichtung eines Risikoabsicherungs-Fonds zur Unterstützung der Bürgereffizienzwende!

Weitere grüne Forderungen mit ausführlicher Herleitung und Begründungen entnehmen Sie bitte dem vollständigen Papier:

Autorenpapier von Dr. Anton Hofreiter, Oliver Krischer, Dr. Julia Verlinden, Bärbel Höhn, Annalena Baerbock und Sylvia Kotting-Uhl „Auf in die Grüne Stromwelt“.

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8 Kommentare
Grüne Wiedersprüche-1
h.g. 24.02.2016

Das Erneuerbare-Energien–Gesetz (EEG) ist ein Erfolgsmodell. Wir wollen weg vom Mais als Energiepflanze Nummer Eins und eine höhere Vielfalt auf den Äckern. Das klang einst bei Künast und Trittin doch ganz anders. Für die Älteren, die es nicht mehr wissen (wollen) und die Jüngeren, die es noch nicht wissen, es ist im Internet alles darüber zu finden, auch dass dies „Erfolgsmodell“ für viele arme Rentner hierzulande den Strom unbezahlbar gemacht hat, was die Grünen offensichtlich kaum interessiert, da diese nur zu Wahlterminen von Interesse sind, da man sich ansonsten wohl lieber den Flüchtlingen widmet, wie aus dem Magazin der Grünen ersichtlich ist.

Grüne Widersprüche
h.g. 24.02.2016

In dem Autorenpapier, der nach Grünen Verständnis wohl alles Experten, steht u.a. „Um den Kohleausstieg schrittweise und berechenbar anzugehen, wollen wir für fossile Kraftwerke einen CO2-Grenzwert einführen. Das hat Großbritannien erfolgreich vorgemacht“. Unterschlagen wurde jedoch:“ Atomkraft ist überlebenswichtig für unsere Energiesicherheit", so die britische Regierung. Der weitere Ausbau der Atomenergie ist dort bereits geplant. Liebe Grüne, wenn schon Beispiele nennen, dann aber bitten vollständig und nicht, in der Hoffnung, dass dies nicht auffällt, zensiert, d.h. ideologisch brauchbar zurechtgestutzt.

Antwort an h.g.
Grüne Redaktion 24.02.2016

Das Vorbild bezog sich auf den Kohlekraftabbau. Für Deutschland gilt der Satz zur BRITTISCHEN Atomkraft keineswegs.

Erneuerbare Energien brauchen für ihren Ausbau Subventionen. Die Atomkraft und die Kohlekraft brauchte in der Vergangenheit wesentlich mehr Subventionen.

@ Grüne Redaktion : Halbe Antworten sind keine Antworten
Dr. Horst Denzer 24.02.2016

Sie schrieben : "Für Deutschland gilt der Satz zur
BRITISCHEN Atomkraft keineswegs" aber Sie schrieben nicht, warum dies so ist und somit ist Ihre Antwort
völlig nutzlos ! Noch ein paar Worte zu Kohlekraftwerken und Experten. Herr h.g. ist als
Handwerker in jedem Fall ein Experte in seinem Beruf und Handwerksbetriebe gehören zu den KMU (English : SME); den volkswirtschaftlich wichtigsten Betrieben in Deutschland, was Ihnen der
BVMW in Hannover bestätigen wird. Dort ist auch ein
sehr ausgewogener Artikel zum EEG von Herrn P. Meinhardt zu lesen, der ohne Polemik auch die Problematik beim Still legen von Kohlekraftwerken beschreibt & was berücksichtigt werden muss.

An die Grüne Redaktion
h.g. 24.02.2016

Ihre Antwort:“ Das Vorbild bezog sich auf den Kohlekraftabbau. Für Deutschland gilt der Satz zur britischen Atomkraft keineswegs“ Womit dieser Abbau im Gegensatz zur britischen Verfahrensweise aber ausgeglichen wird, gehört der Vollständigkeit halber mit dazu, da dies von relevanter Bedeutung ist. Das Autorenteam betreibt unseriöse Rosinenpickerei , indem es wichtige Details verschweigt. Insofern ist Ihre Antwort, wie es Herr Dr. Denzer auch feststellte, völlig nutzlos.

Sie nennen falsche Zahlen !
Dr. Horst Denzer 24.02.2016

Der Hauptteil der "erneuerbaren Energien"
weltweit als auch in Deutschland besteht nicht aus Windkraft und Photovoltaik sondern aus Biomasse, für die sogenannte "Energiepflanzen" (Raps, außerhalb Deutschlands auch Soja, Ölpalmen) angebaut werden. Welcher
ökologische Schaden dadurch entsteht, können Sie bei Greenpeace nachfragen !
PS : Energie geht übrigens weder verloren noch wird sie aus dem Nichts erzeugt, sie wird nur umgewandelt !

die richtigen Instrument für das besondere Erneuerbare Niveau
Thomas Grammig 25.02.2016

Ein gutes Instrument bei 15% kann bei 25% kontraproduktiv werden undsoweiter. Ebenso wichtig, ein gutes Instrument kann wenn es mit anderen Zielen überfrachtet wird auch kontraproduktiv werden. Letzteres scheint mir besonders gefährlich wenn man Bürgerenergie, Energiesparen und Strommarkttrends miteinander vermischt. Die Gefahren der Zielvermischung sind in den letzten Jahren besonders auf der europäischen Ebene sichtbar.
Die wichtigste Botschaft des Pariser Klimavertrages und seine Arbeit ist "nationale Politikkohärenz" und das kann übersetzt: welcher Wind mit welcher PV mit welchem Gas u.ä.
Beim Systemumbau gibt es viele falsche Abzweigungen und Sackgassen die SEHR teuer werden.

Toller Plan...
Gast 26.02.2016

"Der Stromsektor ist für ein Drittel der deutschen Kohlenstoffdioxid-Emissionen verantwortlich"

Und? Wen stört das Spurenelement CO2 (Anteil 0,038%)? Die Pflanzen lieben es sogar. Wieso nennt Ihr Euch "Grüne" wenn Ihr den Pflanzen das knappe CO2 reduzieren wollt? Noch dazu wo es mit dem Klima nichts zu tun hat*

*die Grünen wollen mit einem riesigen finanziellen und wirtschaftlichen sowie energetischen Aufwand 20% (Strom) von 3% (Deutschland) von 1% (Menschheit) der 0,038% CO2 der Luft einsparen. Also 0,00006% von nahezu Nichts. Toller Plan (Toll heißt übrigens verrückt - Tollkirsche).

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