Pflanzengift im Bier Glyphosat-Neuzulassung stoppen!

Biergläser

Das weltweit meistverwendete Pestizid Glyphosat ist allgegenwärtig. Jetzt hat das Umweltinstitut München in deutschen Bier-Stichproben Rückstände des Pflanzengifts gefunden. Die große Koalition hat im Bundestag die Chance vergeben, die angekündigte übereilte Glyphosat-Neuzulassung Anfang März in Brüssel aufzuhalten.

GroKo ermöglicht Glyphosat- Zulassung bis 2031

Bei Glyphosat darf es kein Weiter-So geben. Heute hätte der Bundestag die Chance gehabt, die geplante übereilte EU-weite Glyphosat-Neuzulassung, die dann bis 2031 gelten würde, aufzuhalten. Leider ist das nicht passiert, obwohl angeblich inzwischen fast alle Fraktionen die Glyphosatnutzung zumindest einschränken wollen. Selbst Landwirtschaftsminister Schmidt sprach jetzt erstmals von „verbieten“, wenn auch nur als Option für den Privatgebrauch. Die SPD übt sich schon lange in glyphosatkritischer Rhetorik. Das alles spricht klar gegen die Hauruck-Neuzulassung am 8. März. Dennoch hat nur je ein Abgeordneter von CDU, CSU und SPD folgerichtig für unseren Antrag gestimmt, der Rest geschlossen für Glyphosat.

Glyphosat im Bier gefunden

Die neuen Glyphosat-Funde in Bier zeigen einmal mehr: Das Pflanzengift kommt in unsere Nahrungskette. Wir brauchen ein Human-Biomonitoring. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) könne Glyphosat ja deshalb getrost zugelassen werden, weil bei „bestimmungsgemäßer Anwendung“ Menschen nicht damit in Berührung kämen. Die Glyphosat-Funde in Lebensmitteln zeigen aber, dass das nicht stimmt. Das BfR muss endlich selbst aktiv werden und erforschen, auf welchen Wegen wir welchen Mengen von Glyphosat ausgesetzt sind. Pflanzengifte haben in Lebensmitteln nichts zu suchen, zumal bei Glyphosat das Risiko für Menschen nach wie vor nicht ausreichend erforscht ist. Das muss sich endlich ändern.

Harald Ebner, in der Fraktion zuständig für Pestizide: „Wenn Glyphosat wirklich krebserregend ist, wie die WHO-Experten vermuten, ist jeder Wert zu hoch. Und: ja, auch Alkohol ist, vor allem im Übermaß, ungesund. Das ist keine Überraschung. Dass aber auch noch Pflanzengift im Bier ist, dürfte bis heute den meisten unbekannt gewesen sein. Pestizide haben in unseren Lebensmitteln nichts zu suchen – unabhängig von Grenzwerten. Grund zur Panik besteht beim Bier sicher nicht. Aber die Brauer sollten sich schon fragen, wie das Glyphosat ins Bier kommt. Sie müssen sich im Sinne eines guten Qualitätsmanagements mit der Herkunft ihrer Zutaten auseinandersetzen, sie prüfen und gegebenenfalls strengere Maßstäbe anlegen und Vorgaben machen.“

Glyphosat-Neuzulassung stoppen!

Die Glyphosat-Gefahren sind international umstrittener denn je. Wichtige Glyphosat-Bewertungen durch die Pestizidexperten der Weltgesundheitsorganisation (JMPR) und durch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) stehen noch aus. Wenigstens die müssen vor einer derart weitreichenden Entscheidung abgewartet werden. Die deutsche Regierung und insbesondere Minister Schmidt tragen in Sachen Glyphosat eine ganz besondere Verantwortung. Immerhin beruht die Zulassungsempfehlung für die ganze EU auf der von internationalen Experten stark kritisierten Risikobewertung seiner Behörden.

Die Bundesregierung muss in Brüssel das Vorsorgeprinzip nach vorne stellen und ein voreilige Zulassung von Glyphosat stoppen. Notfalls muss Umweltministerin Barbara Hendricks ihren Kabinettskollegen Schmidt vom übereilten Glyphosat-Freispruch abhalten.

Antrag „Voreilige Neuzulassung von Glyphosat stoppen“ (Drucksache 18/7675)

Ergebnis der namentlichen Abstimmung

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8 Kommentare
Heul
Gast***** 26.02.2016

Wenn das Volk nichts mehr zu melden hat und nur noch Banken, Konzerne und deren scheindemokratische Einrichtungen (EU, UNO, NGO´s) regieren dann kommt so was heraus.

Die Grünen haben immer dafür plädiert dass wir als Volk unsere Rechte an diese zentralistischen Konstrukte abgeben sollen. Nun die entstandenen Zustände zu bejammern ist reine Heuchelei.

WTF
Graphus 27.02.2016

Wenn die Einlassung von Herrn Ebner alles ist, was ihr zu bieten habt in Punkto Schadstoffreduzierung, dann wäre die wichtigere Überlegung wohl, ob ihr nicht Eure Partei einstampfen solltet. So im Sinne eines Qualitätsmanagements.

Panikmache
h.g. 29.02.2016

Grüne Jugend Stuttgart lt. Beschluss vom 13.102013:“ Deutschland war gestern – Europa ist morgen“. Die Folgen und evtl. Schuldige aber je nach Grüner Interessenlage aber anklagen, oder feiern. Grüne Widersprüche aber für Politiker aller Couleur, so auch bei den Grünen (Fransiska Keller,u.a.) eine üppig sprudelnde Finanzquelle. Das Umweltinstitut München dürfte den Grünen sehr nahe stehen, so dass hier wohl einmal mehr Panikmache aus parteipolitischen Interessen (Wahlen stehen vor der Tür) betrieben wird. Welche Sau wird von dieser Seite als nächste durchs Dorf getrieben?

EU und nicht GroKo bestimmt über Glyphosat Zulassung.
Dr. Horst Denzer 29.02.2016

Der von Monsanto entwickelte Herbizidbestandteil Glyphosat ist zur Zeit in der EU, Kanada; Australien; USA (Einschränkung in Diskussion);
Mexiko, Neuseeland, Philippinen, Japan, Korea und China zugelassen, darüber hinaus verwendet in Ländern, die keine ordentliche Registrierung von Chemikalien haben. Also schwadronieren Sie nicht über Groko - Verantwortung bei EU-Entscheidungen !
In den USA hat man festgestellt, dass sogar Babies über die Muttermilch Glyphosat aufnehmen (WOW !)

Es geht hier um viel mehr als um ein krebsverdächtiges Herbizid
Jürgen Volz 01.03.2016

Was Glyphosat anrichtet zeigt die arte-Dokumentation "Tote Tiere, kranke Menschen" (s. Youtube), die einen fassungslos macht. Ebenso skandalös ist, das ein Pflanzengift weiter zugelassen werden soll, während die Herstellerfirma Monsanto als bisher einziges Unternehmen vor dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagt ist. Die Anklage lautet: Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Umwelt. Monsanto ist der Marktführer bei der Herstellung von genmanipuliertem Saatgut, das die Firma auch in Europa verkaufen will. Daher ist Monsanto eine der treibenden Kräfte bei den TTIP-Verhandlungen, gestützt vom US-Geheimdienst und der US-Regierung (s. Zeitschrift Welt der Wunder 03/2016).

Merkwürdige Studie-1
h.g. 05.03.2016

Wer säuft pro Tag 1000 ltr. Bier damit durch Glyphosat gesundheitlich geschädigt wird? Die Heinrich Böll Stiftung, in Wahrheit keine Stiftung, sondern ein eingetragener, den Grünen nahestehender Verein, hat eine Untersuchung vorgestellt, nachdem 75% der Deutschen mit Glyphosat belastet sein sollen. Diese „Erkenntnis“ entstammt einer Untersuchung der Bürgerinitiative Landwende, (lt, Impressum verantwortlich, die Grüne Kommunalpolitikerin Anna Maria Wesener in Klein Jasedow) und der Bioladenkette Basic. Es wurden Urinproben von 2000 Freiwilligen, welche die Untersuchung selber bezahlten, genommen und somit eine repräsentative Umfrage vorgetäuscht.

Merkwürdige Studie-2
h.g. 05.03.2016

Das Labor Biocheck Holzhausen, angeblich unabhängig, welches die Analyse vornahm, wurde von Studienleiterin Monika Krüger mitbegründet. Die Bürgerinitiative Landwende arbeitet u.a. mit dem Umweltinstitut München zusammen. Die Zeitschrift Oya unter der Chefredakteurin Lara Mallien, welche auch für die Heinrich Böll Stiftung arbeitet, ist in ebenfalls in Klein Jasedow ansässig. Es entsteht der Eindruck, dass mittels eines verschalteten Systems von angeblich unabhängigen Instituten und Wissenschaftlern sowie Grünen Lobbyisten die konventionelle Landwirtschaft in Misskredit und die BIO-Wirtschaft gefördert werden soll. Interessant: Spiegel online Gesundheit Fr. 04.03. 16 von Julia Merlot

Hintergrundwissen vermitteln statt Panikmache
Dr. Horst Denzer 06.03.2016

Glyphosat macht 18 % aller Herbizide weltweit aus und kein Herbizid ist harmlos. Unkräuter = unerwünschte Begleitvegetation können manchmal nützlich für die Artenvielfalt sein aber auch enorm schädlich, indem sie Ernteerträge minimieren oder unmöglich machen (Disteln im Kornfeld) oder Viehfutter vergiften (Herbstzeitlose im Heu). Dieses Dilemma muss man aufzeigen statt nur Panik zu verbreiten, wozu viele Bürgerinitiativen neigen, wie Herr h.g. zutreffend bemerkte ! Zeigen Sie also zumindest Alternativen auf, die auch eine ausreichende Versorgung der
Bevölkerung mit Nutzpflanzen ermöglichen
- ihr seid doch fanatische Vegetarier !

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