Riester-Rente Altersvorsorge attraktiver machen

Ein älteres Paar sitzt in einem Ort bei Dresden auf einer Parkbank.

Wenn eine Säule wackelt, gerät ein System, das auf drei Säulen basiert, schnell in Schieflage. Die Sicherung des Lebensstandards im Alter und die Vermeidung von Altersarmut setzen einen abgestimmten Dreiklang voraus - aus einer starken Rentenversicherung, einer flächendeckenden betrieblichen Altersversorgung und einer dritten Säule, die eine faire und transparente private Altersvorsorge ermöglicht.

Die dritte Säule wackelt

Doch gerade die Riester-Rente wird ihrer Sicherungsfunktion im ursprünglich gedachten Sinn heute nicht gerecht. Die Zahl der Riester-Verträge verbleibt seit Jahren auf niedrigem Niveau. Nur ein Bruchteil der Förderberechtigten sorgt tatsächlich in vollem Umfang für das Alter vor. Besonders häufig stehen Leute mit kleinem Einkommen im Abseits. Viele der angebotenen Produkte sind zu teuer und für die Verbraucherinnen und Verbraucher ist es schwer zu verstehen, welche Produkte wirklich die richtigen für sie selbst sind. Was der ersten Säule der Alterssicherung in den letzten Jahren an Tragkraft verloren ging, konnte die ergänzende Vorsorge daher bisher nicht auffangen.

Zeit für einen Neustart

Die Regierung muss handeln - sowohl in der gesetzlichen Rentenversicherung als auch in der Zusatzvorsorge.

Um den Problemen zu begegnen, wollen wir die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher stärken und ein einfaches und kostengünstiges „Basisprodukt“ einführen - in öffentlicher Verwaltung und als Standardweg der Altersvorsorge neben der Riester-Rente. Schweden hat es vorgemacht.

Insbesondere GeringverdienerInnen brauchen mehr Unterstützung bei der Vorsorge für das Alter.

Fairness bedeutet für uns deshalb auch, dass die Förderung für Neuverträge künftig stärker auf Leute mit kleinen und mittleren Einkommen ausgerichtet wird. Es ist gerecht, wenn wir die vorhandenen Gelder in Zukunft vor allem für diejenigen einsetzen, die auf Unterstützung besonders angewiesen sind. Und es ist gerecht, die Verbraucherinnen und Verbraucher zu stärken. Mit den von uns vorgeschlagenen Maßnahmen soll es ihnen möglich werden, die Spreu vom Weizen zu trennen und gute von schlechten Angeboten zu unterscheiden – auch dann, wenn sie sich für einen klassischen Riester-Vertrag und gegen die „Basisrente“ entscheiden.

Mit unserem Antrag fordern wir die Bundesregierung auf, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen.

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13 Kommentare
Altersarmut nicht für Abgeordnete
h.g. 26.02.2016

Die Riesterrente wurde unter rot/grüner Regierungsverantwortung eingeführt. Zu dieser Zeit zahlreiche „Reformen“ im Sozialsystem eingeführt, mit dem Rentner und Arbeitslose stärker belastet werden. Nunmehr, kurz vor bevorstehenden Wahlen, gedenkt man mal wieder der Rentner und will Mist, den man selber verzapft hat korrigiert sehen. Wie wäre es, wenn Pensionen abgeschafft und ein Rentensystem für alle, eingeführt würde, wobei dies auch für Abgeordnete gelten muss, denn hier ist einiges im Argen, wenn man bedenkt, dass ein Abgeordneter mit dreißig bereits mit vierzig einen Anspruch erworben hat, den ein Arbeitnehmer vielfach noch nicht einmal nach 45 Berufsjahren erwerben kann.

zwecklose Versuche zum Stimmenkauf
Gast 26.02.2016

Die Rentner machen sich auf Grund der "Willkommenskultur" inzwischen eher Sorgen, ob sie überleben. Sie kaufen sich z.B. Pfefferspray (hab ich selbst erlebt selbst 70 bis 80 jährige Omas interssieren sich - neben jungen Frauen - enorm dafür).

Also lasst Eure homöopathischen Eingriffe ins Rentensystem zumal die Rettungsprogramme für fremde Banken, Staaten, Sozialsysteme, Währungen und das Refugee Welcome Programm das zig-fache Eurer Almosen kosten werden.

Die Grünen und die Riesterrente - war da was?
Gerd 26.02.2016

Tja, Altersvorsorge muss man sich erstmal leisten können. Nachdem Rot/Grün das deutsche Lohnniveau zum Wohle der Besitzenden mit Hartz IV massiv gesenkt hat, können das aber nicht mehr so viele. Die Riesterrente ist ein Reinfall, nur für den ehemaligen Fliesenleger Riester nicht, dem wurde von den Versicherungskonzernen der Arsch vergoldet. Privtisierung der Altersvorsorge, eine neoliberal e Scheißidee, durchgeführt von Rot/Grün. Und für den Scheiß wollen die auch noch wiedergewählt werden.

Augenwischerei zu Wahlterminen
h.g. 28.02.2016

Zur Zeit der rot/grünen Bundesregierung haben die „Reformen“, die man zu dieser Zeit einführte, sehr viele Menschen aus dem Mittelstand in die Armut getrieben. Schröder, Fischer u.a. rot/grüne Politiker dagegen haben dagegen mehr als üppig ausgesorgt. Studienabbrecherin Roth (Bundestagsvizepräsident) hat sich wie viele andere Grüne ebenfalls kräftig saniert. Bitte verschont das Volk von weiteren Reformen, die aus dieser Ecke kommen und nur denen nützen, die sich die scheinbaren „Wohltaten“ ausdenken, um Wählerstimmen zu erbeuten. Unter Rot/Grün gab es seinerzeit einen gewaltigen Sozialabbau, den andere Parteien nie gewagt hätten. Schon vergessen, oder gar nicht gewusst?

Sicherlich...
Kai 01.03.2016

Ohne die Zerstörung der gesetzlichen Rente durch Rot/Grün gäb es diese Altersarmut in Deutschland so nicht.

Rente
Rudi 03.03.2016

1.Teil:
Dass die ganze Idee einer Vorsorge durch Ansparen schwachsinnig war und ist, hat sich auch fast fünfzehn Jahre nach Riester in Deutschland noch nicht herumgesprochen. Welch ein intellektuelles Armutszeugnis dieser Gesellschaft. Woher würde denn der deutsche Staatsfonds seine Mittel bekommen? Geld aus der Ölförderung wie in Norwegen, für das man keine unmittelbare Verwendung hat, weil die Infrastruktur schon perfekt ist und die Steuern niedrig sind, gibt es ja in Deutschland nicht.

Rente
Rudi 03.03.2016

2.Teil:
Nach dem Vorschlag der Minister soll der Fonds Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bekommen und das Geld am Kapitalmarkt anlegen. Der Staat bekommt also Geld von den Bürgern und verwaltet es. Das ist in der Tat mal etwas Neues: Der Staat als Hedgefonds.

Das erste „kleine“ Problem dabei ist, dass man auf diese Weise – wie schon bei der Riester-Rente – Anreize zu zusätzlichem Sparen geben will. Wobei diesmal offensichtlich nicht an staatliche Subventionen gedacht ist, die den Bürger zu zusätzlichem Sparen anregen sollen, sondern offenbar nur an die überragende Fähigkeit des Staates, als Hedgefondsmanager Gelder auf dem Kapitalmarkt zu verwalten.

Rente
Rudi 03.03.2016

3 Teil:
Leider weiß man auch in dem Fall nicht, was zusätzlich ist. Trotz der hohen Subventionen bei der Riester-Rente kann man nicht nachweisen, dass die Ersparnis insgesamt gestiegen wäre. Wenn die Bürger aber einfach weniger privat sparen, wenn der Staat (sie zwingt oder auffordert) für sie zu sparen, ist ja nichts gewonnen – jedenfalls in den Augen der Kapitaldeckungsbefürworter. In Wirklichkeit ist das einzig „Gute“, was man zur Riester-Rente sagen kann, dass sie ihr eigentliches Ziel, eine steigende Sparquote, nicht erreicht hat.

Rente
Rudi 03.03.2016

4 Teil:
Das zweite „kleine“ Problem ist die Frage, in welchen Papieren der Staat das Geld der Bürger anlegen soll. Alle halbwegs sichereren Fonds der Welt investieren zu einem erheblichen Teil in Staatsanleihen. Dann nimmt der deutsche Staat Geld von seinen Bürgern und gibt es an sich selbst zurück. Warum kann der Bürger dann nicht gleich Staatsanleihen kaufen, um vorzusorgen? Soll der Staat vielleicht in Aktien spekulieren? Hat man gehört, dass Beamte des Finanzministeriums besonders gut sind beim Zocken mit hoch riskanten Papieren? Oder soll unser Staat Staatsanleihen anderer Staaten aufkaufen? Das würde darauf hinauslaufen, dass Deutschland andere Staaten direkt finanziert?

Rente
Rudi 03.03.2016

5.Teil:
Das ist bisher selbst dann abgelehnt worden, wenn es um europäische Krisenstaaten ging, an deren Rettung wir selbst großes Interesse haben.

Das dritte „kleine“ Problem ist, dass es derzeit auf der ganzen Welt, in Deutschland aber ganz besonders, offensichtlich schon viel zu viel Sparkapital gibt, das Anlage sucht, aber keine Schuldner findet. Was man daran leicht erkennen kann, dass sich die langfristigen Zinsen überall ganz nahe bei Null befinden, was übrigens auch den staatlichen norwegischen Fonds in arge Schwierigkeiten bringt.

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