Marode Infrastruktur Vor vielen Brücken musst du steh'n

Stau vor Brücke
Vor vielen Brücken musst du steh'n, viele Stunden so im Stau vergeh'n ...

Löchrige Straßen, marode Brücken. Der schlechte Zustand der Straßen und Schienen in Deutschland überrascht heutzutage wohl nur noch wenige. Reisende wie Kraftfahrende ahnen es schon lange: Hier läuft etwas gewaltig schief.

Wie geht es unserem Verkehrsnetz?

Doch wie schlecht steht es wirklich um die Wege, die wir fast täglich nutzen? Nicht einmal die Bundesregierung scheint darauf eine Antwort zu haben. Zumindest kann oder möchte sie den wahren Zustand nicht benennen. Laut Koalitionsvertrag hätte sie eigentlich schon längst einen Bericht über den Zustand der Verkehrswege abliefern sollen. Doch dieser wurde mal wieder verschoben.

Fest steht: Insbesondere die Brücken an Autobahnen und Bundestraßen sind vielerorts marode, wie die Bundesregierung auf unsere Anfragen zugeben musste.

Wir haben uns die Mühe gemacht und die besonders maroden Brücken herausgesucht und in einer Karte sichtbar gemacht. Endlich können alle einsehen, wie es um die Brücken auf den eigenen Wegen steht.

Die Karte zeigt die Brücken an Bundesfernstraßen in "nicht ausreichendem" und "ungenügendem Zustand."

Nur bedingt leistungsfähig

Ähnlich dem Notensystem aus der Schule erhalten die Brückenbauwerke von den Behörden Zustandsnoten. Brücken im Topzustand bekommen ein „sehr gut“ (1,0 - 1,4). Für die schlechtesten gibt es nur ein „ungenügend“. Letztere müssten eigentlich umgehend erneuert werden.

Bleiben wir im schulischen Jargon, lässt der Blick auf die Karte nur eine Beuerteilung zu: Unsere Infrastruktur ist stark versetzungsgefährdet. Mit „sehr gut“ oder zumindest mit „gut“ wird nicht einmal 15 Prozent der bundesweiten Brückenfläche an Autobahnen und Bundestraßen bewertet. Fast die Hälfte erreicht kein „befriedigend“. Anders ausgedrückt: Jeder siebte Quadratmeter müsste eigentlich umgehend saniert werden.

Gefahr im Kernnetz

Besonders besorgniserregend ist es, dass vor allem die Brücken an stark befahrenen Straßen, also die der Achillesferse unseres Straßennetzes, betroffen sind. Mit weiteren Verkehrseinschränkungen ist zu rechnen, Staus und Wirtschaftseinbußen inklusive.

Am 16. März möchte Verkehrsminister Dobrindt den Entwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) vorlegen. Statt ständig neuer, teurer Spatenstiche wird es Zeit, sich auf die dringlichste Aufgabe zu konzentrieren: die Sicherung der Leistungsfähigkeit unseres bundesweit relevanten Verkehrsnetzes. Wäre diese durchgesetzt, bräuchten wir irgendwann keine immer neuen Supersonderprogramme mehr.

Den richtigen Weg einschlagen

Doch schon jetzt spricht vieles dafür, dass Ankündigungsminister Dobrindt die Chance für einen Neustart einmal mehr verstreichen lässt.

 

Umso mehr gilt es, die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger bei der Bundesverkehrswegeplanung zu nutzen. Für eine Verkehrspolitik, die Mensch und Umwelt entlastet.

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1 Kommentar
Pautz 07.03.2016

Hallo,

Kann mann diese Karte auch direkt irgendwo finden?
Also bei Google Maps direkt.

Danke für die Info.

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