MassentierhaltungBundesregierung schaut dem Küken-Töten tatenlos zu

Küken dicht an dicht

Allein in den vergangenen zehn Jahren sind über 213 Millionen Küken qualvoll getötet worden ­ - das sind 2400 Küken pro Stunde. Denn für die Lebensmittelindustrie sind die männlichen Küken von hochgezüchteten Legehennenlinien nicht zu gebrauchen. Das geht aus einer Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine Grüne Anfrage hervor. Der Bundesregierung das qualvolle Töten schon seit Jahren bekannt. Dennoch versteckt sie sich seit spätestens 2008 hinter wohlklingenden Willensbekundungen. Passiert ist bisher nichts und das massenhafte Töten geht mit Billigung von Union und SPD weiter.

Grüne Landesregierungen zeigen, wie es geht

Die Grünen in den Landesregierungen zeigen, wie es geht: Nordrhein-Westfalen hat 2013 als erstes Bundesland die Landkreise in Nordrhein-Westfalen angewiesen, die Tötung männlicher Küken zu untersagen. Damit folgte das Land der Rechtsauffassung der Staatsanwaltschaft Münster. Sie wertete das Töten von Küken als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Am 30. Januar 2015 hat die zweite Kammer des Verwaltungsgerichts Minden das Verbot der Küken-Tötung jedoch gekippt und damit einer Klage von elf Brütereien entsprochen. Das Verwaltungsgericht hat für solch ein Verbot eine bundesgesetzliche Regelung angemahnt.

Bundesregierung muss Töten beenden

Wenn die Ggoße Koalition ihre Verantwortung jetzt nicht wahrnimmt, könnten Jahre vergehen. Deshalb muss die Bundesregierung das Töten von Eintagsküken aus wirtschaftlichen Gründen untersagen. Dazu muss das Bundestierschutzgesetz zügig geändert werden. Bundesagrarminister Schmidt ist gefordert, endlich Regeln zu schaffen, die das Töten und Schreddern der Küken stoppt. Allein die Ankündigung, bis Ostern einen Aktionsplan vorzulegen, reicht dafür nicht aus. Schmidt muss sich gegen die Lobby der Hühnerbarone endlich durchsetzen und klare gesetzliche Regelungen schaffen.

Die Bundesregierung muss außerdem dringend die Forschung nach Zweinutzungsrassen verstärken, die das Problem lösen würden, da sie sowohl ausreichend Eier legen als auch genügend Fleisch ansetzen. Bisher gibt es keine Anreize - das millionenfache Töten und Schreddern der Küken ist billiger, solange die Bundesregierung diesen Missstand nicht beendet.

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