Landwirtschaft Das Bauernhöfe-Sterben geht weiter

Zahllose Masthaehnchen in Intensivhaltung dicht gedraengt und verwahrlost in einem Stall.
Während Bauernhöfe zu Lasten der ländlichen Räume aussterben, steigt die Konzentration in der Tierhaltung rasant an. Mit Tierfabriken in Agrarwüsten kann es keine Zukunft für kommende Generationen geben. . Das Bild zeigt zahllose Masthähnchen in Intensivhaltung dicht gedrängt und verwahrlost in einem Stall. Die Tiere legen in kurzer Zeit enormes Gewicht zu. Viele können am Ende der Mastperiode nicht mehr auf ihren Beinen stehen.

Aus der Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage „Agrarstrukturwandel und flächenabhängige Agrarzahlungen“, macht deutlich, das Bauernhöfe-Sterben geht weiter. So wird unter anderem dokumentiert, dass zum Beispiel die Anzahl der schweinehaltenden Betriebe seit 2010 um ein Drittel abgenommen hat. Seit 1975 sind 628.000 Betriebe verschwunden, Im Jahr 2016 gab es noch 276.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen, um ein Land zu nennen, hat die Anzahl der Betriebe von 168.000 im Jahr 1970 um circa 80 Prozent auf 34.000 Betriebe abgenommen.

Höfe-Sterben geht zu Lasten der Artenvielfalt

Während die Bauerhöfe zu Lasten der ländlichen Räume aussterben, steigt die Konzentration in der Tierhaltung rasant an. 2016 gab es 24.400 schweinehaltende Betriebe mit einem durchschnittlichen Bestand von 1.118 Tieren. Im Jahr 2010 gab es, im Vergleich dazu, 60.100 Betriebe mit durchschnittlich 457 Tieren. Die Ursachen und Folgen sind bekannt: Zu viele Tiere auf zu wenig Fläche. Und so kommen die Gülleseen zustande, was zu gigantischen Nitrat-Überschüssen führt, die im Grundwasser landen, weil sie von den Pflanzen nicht aufgenommen und verwertet werden können. In Deutschland stammen 95 Prozent aller Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft, die zusätzlich mit hohen Feinstaubbelastungen einhergehen. Der Strukturwandel bleibt auch nicht ohne Folgen bei der Artenvielfalt: So ist zwischen 1990 und 2013 der Kiebitzbestand um 80 Prozent, das Braunkehlchen um 63 Prozent, die Uferschnepfe um 61 Prozent und die Bestände der Feldlerche sind um 35 Prozent zurückgegangen.

Fleischexporte führen in die Sackgasse

Mit Tierfabriken in Agrarwüsten kann es keine Zukunft für die kommenden Generationen geben. Daher zielt unsere Politik bei die Tierhaltung der Zukunft auf Klasse statt Masse. Diese Politik braucht die gewachsenen, ortsgebundenen Familienbetriebe, um den notwendigen Wandel herbeizuführen, die nicht für einen anonymen Weltmarkt produzieren wollen, sondern das nachgelagerte Handwerk in der Region stützen: Aus der Region - für die Region. Eine auf Masse ausgerichtete agrarindustrielle Produktion ist normiert. Die Filets kommen bei uns auf den Tisch und der Rest geht in den Export zum Beispiel nach Afrika und zerstört dort die Märkte.

Wir setzen uns für alle Bäuerinnen und Bauern ein, aber vor allem für die, die raus wollen aus dieser Sackgasse und sich mit ihren Höfen für eine wirtschaftlich nachhaltige und klima-, tier-, umwelt- und menschenfreundliche Entwicklung entscheiden und für Produkte stehen, deren Inhalt mit den Bildern der Verpackung übereinstimmen.

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