Pestizide versus ArtenvielfaltDer grüne Pestizidreduktionsplan

Eine Frau und ein Mann schauen sich eine Bienenwabe an.
Die Artenvielfalt in Deutschland nimmt immer mehr ab - ein Hauptgrund dafür sind Pestizide. Die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt hat am Tag der Artenvielfalt, einen Bienenstock besichtigt und mit dem Imker und Schauspieler Moritz Vierboom über seine Arbeit und die Situation der Bienen sprechen.

Pestizidreduktionsplan

Wir legen einen 5-Punkte-Plan vor, wie der Pestizideinsatz drastisch verringert werden kann.

Kaum ein Summen und Zwitschern auf den Feldern, die Frühlinge sind stiller geworden. Bunte Wiesen sind monotonen Ackerflächen gewichen, und der Honig kommt nun aus den Städten, weil die Bienen dort mittlerweile mehr Futter finden und weniger weggespritzt werden als auf dem Land. In den letzten Jahrzehnten ist die Landwirtschaft vom Träger der Biodiversität zu einer ihrer größten Bedrohungen geworden. Die zunehmende Industrialisierung und der massive Einsatz von Pestiziden, die alles tot spritzen, hat Spuren hinterlassen: Über 300 Millionen Brutpaare sind in den letzten 20 Jahren in Europa verschwunden und drei von vier Vögeln, die eigentlich hierzulande heimisch sind, gelten mittlerweile als gefährdet. Der Bestand des Kiebitzes ist zum Beispiel um 80 Prozent, des Braunkehlchens um 63 Prozent, der Uferschnepfe um 61 Prozent und des Rebhuhns um 84 Prozent zurückgegangen. 35 Prozent der Ackerwildkräuter, und 39 Wildbienenarten sind inzwischen ausgestorben. Selbst „Allerweltsarten“ wie Feldlerche und Spatz sind mittlerweile bedroht. Schmetterlinge flattern immer weniger, 40 Prozent der Tagfalter sind vom Aussterben bedroht.

Chemisch-synthetische Pestizide vernichten alles

Die Verwendung chemisch-synthetischer Pestizide gehört zu den stärksten Treibern des Artenrückgangs in der Agrarlandschaft. Auf deutschen Äckern werden 50 Prozent mehr Pestizide als 1995 eingesetzt – obwohl die Wirkstoffe immer toxischer werden. Ackergifte treffen nicht nur die Lebewesen, gegen die sie eingesetzt werden. Sie vernichten sowohl Wildkräuter als auch Insekten. Fehlen die Insekten, fehlt auch vielen anderen Tierarten die Nahrungsgrundlage.

Pestizidhersteller wie Bayer und Monsanto profitieren

Die Schäden, die Pestizide anrichten, sind also massiv. Und sie betreffen und treffen uns alle. Es gibt aber einige wenige Profiteure. Der Nettoinlandsumsatz der deutschen Pestizidhersteller beläuft sich auf satte 1,6 Milliarden Euro. Das Geschäft mit dem Gift ist einträglich. Und die Elefantenhochzeiten der Agrochemie – wie etwa die von Bayer und Monsanto – werden dafür sorgen, dass die politische Einflussnahme dieser Konzerne noch dramatischer wird, als sie es ohnehin schon ist.

5-Punkte-Plan zur Reduktion von Pestiziden

Die momentane Regierung lässt uns mit vollem Karacho in die Pestizidsackgasse laufen. Das ist kein Versehen, sondern der klare politische Wille, Lobbyinteressen über alles andere zu stellen. Diesem Irrweg erteilen wir eine klare Absage. In unserem Pestizidreduktionsplan zeigen wir, wie es anders geht. Wir wollen Menschen, Tiere und Umwelt schützen wollen. Dazu zählt, dass wir den Einsatz der Mittel deutlich herunterfahren und den Einsatz schädlicher Stoffe wie Glyphosat und bienengiftige Neonikotinoide ganz beenden. Wir wollen unsere Energien in die Forschung nach Alternativen stecken und die Zulassungsverfahren verbessern.

Abhängigkeit von Pestiziden beenden

Wollen wir die Landwirtschaft zukunftsfähig machen, müssen wir die momentane Abhängigkeit von Pestiziden aufbrechen. Studien zeigen, dass in der Landwirtschaft bis zu 60 Prozent weniger Pestizide eingesetzt werden könnten – ohne, dass die Ernte dadurch kleiner ausfällt. Und der ökologische Landbau zeigt seit Jahren, dass Anbau auch ganz ohne chemisch-synthetische Pestizide gelingt. Für uns ist das der Weg in die Zukunft.

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2 Kommentare
Schliengen
Dorothea Dr.Alles 31.05.2017

Glyphosat - Pestizidreduzierung - Bienen und andere Insekten. Das furchtbare Elend der industriellen Massentierhaltung - Kückenschreddern - etc. nichts wurde von euch darüber berichtet, geschweige denn etwas dagegen unternommen. Jetzt, seid ihr kurz vor der Wahl nicht mehr glaubwürdig - ich wünsche euch: kleiner als 5%.

Antwort an Dorothea Dr.Alles
Grüne Redaktion 31.05.2017

Hallo,
wer auf unserer Website surft und unter dem Themenfeld Agrar sich die Artikel anschaut, kann nicht behaupten, wir hätten zu wenig gewarnt oder gefordert. Das ist einfach nicht sachlich.
freundliche Grüße
https://www.gruene-bundestag.de/themen/agrar.html

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