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GewässerschutzDünger und Hormongifte - Unser Wasser unter Druck

Unser Wasser wird schleichend vergiftet. Gülle, Mikroplastik, Quecksilber, Arzneimittelrückstände, um nur einige wenige Stoffezu nennen - davon wird immer mehr in unsere Gewässer gepumpt. Während dieVerursacherinnen und Verursacher sich aus der Verantwortung stehlen. müssen diegiftigen Stoffe aufwendig und teuer rausgefiltert werden. Wir - Verbraucherinnenund Verbraucher – bleiben auf den Kosten sitzen, die uns unter anderem dieindustrielle Landwirtschaft und die Kohleindustrie auflasten.

Das ist nicht nur von denVerursacherInnen verantwortungslos, sondern genauso von der Bundesregierung,die es erlaubt, dass unsere Wasserqualität langsam schlechter wird. Stellenweisewird ihnen sogar noch Geld dafür gegeben und Betriebsgarantien für ihreDreckschleudern ausgesprochen, damit sie unsere Gewässer weiter vergiften.

Wasserqualität und Artenvielfalt: In Gewässern schlecht

Seit langem liegt die Wasserqualität gerade in Regionen mithohem Viehbestand im Argen. Der  Nitratbericht 2017 zeigt: Zirka 50 Prozent derMessstellen in Deutschland weisen erhöhte Nitratkonzentrationen aus, bei 28Prozent werden die zulässigen Grenzwerte sogar überschritten.Hauptverantwortlich sind die Gülleüberschüsse und Gärreste aus derLandwirtschaft. Artenvielfalt, Boden- und Wasserqualität werden inMitleidenschaft gezogen und die Bürgerinnen tragen die Kosten der mittlerweilenotwendigen Trinkwasseraufbereitung.

Die Bundesregierung selbst hat im letzten Jahr geschrieben,dass in 93 Prozent der Flüsse keine typischen Flussgemeinschaften von Tierenund Pflanzen mehr zu finden seien. Spätestens seit der Veröffentlichung desBerichts zum Artensterben in der vergangenen Woche sollte jetzt wirklich jedem hier klar geworden sein, dass wir wirksame Maßnahmen brauchen,damit wir nicht auch noch den vergleichsweise kleinen Rest unserer Tier- undPflanzenwelt  auslöschen.

Gut einDrittel unseres Grundwassers ist ineinem schlechten chemischen Zustand. Das bedeutet, dass sich dort mindestensein Giftstoff findet, der in einer gesundheitsschädlichen Konzentrationvorliegt. Hier sollte man nicht den Fehler machen und sich mit einemgrundsätzlichen Hinweis auf die mancherorts gegebene Hintergrundbelastung ausder politischen Verantwortung stehlen. Das würde der Situationnicht gerecht werden. Die Giftstoffe finden sich nicht nurin unserem Wasser, sondern reichern sich auch in unseren Nahrungsmitteln an undlanden letztlich in unserem Magen, wo sie uns schleichend vergiften.

Kosten der der Wasserverschmutzung: Tragen alle

Richtig teuer wird es für die SteuerzahlerInnen, wenn dieBundesregierung weiter die Gülle aus der industriellen Massentierhaltung insWasser schwappen lässt. Laut Umweltbundesamt müsste einevierköpfige Familie bald bis zu 134 Euro im Jahr mehr für Trinkwasser bezahlen,denn die Schadstoffe müssen aufwendig und teuer rausgefiltert werden.

Außerdemdrohen Deutschland hohe Strafzahlungen in Höhe von fast einer Million Euro proTag an die EU, wenn die Bundesregierung weiter EU-Recht zum Schutz desGrundwassers bricht. Doch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner steht beider Reform der Düngeverordnung weiter auf der Bremse. Die Bundesregierung mussbei der Düngeverordnung endlich wirksame Maßnahmen vorlegen, um dieWasserqualität in Deutschland schützen.

Wasser muss sauber und bezahlbar sein

Die Bundesregierung muss einen Aktionsplan für sauberes undbezahlbares Trinkwasser vorlegen und schleunigst umsetzen. Wir können uns daspolitische Kleinklein nicht mehr leisten. Chemische Stoffe, die unser Trinkwasserstark gefährden wie Mikroplastik in unseren Kosmetika oder wahrscheinlichkrebserregende Parabene in Shampoos oder Gesichtscremes haben in Supermarktregalennichts zu suchen und müssen verboten werden. Wir fordern zudem eine klare undeinfache Produktkennzeichnung von Arznei-, Pflanzenschutz-, sowie Wasch- und Reinigungsmitteln, damitVerbraucherinnen und Verbraucher erkennen können, ob ein Produkt für das Wasserschädlich ist.

Hauptverantwortlich für die immer schlechtere Wasserqualität sindjedoch die Industrie und die industrielle Landwirtschaft. Sie müssen für dievon ihnen verursachten steigenden Kosten bei der Wasserreinigung aufkommen. Wirfordern einen Wasserschutz-Fonds, in dem unter anderem Pharmaunternehmen,Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln, sowie Agrochemie-Industrieeinzahlen.

Mit dem nächsten Dürresommer vor der Tür und unserenGewässern unter steigendem Druck durch zunehmende Verunreinigungen, mussSchluss sein mit den ständigen Ausreden. Wir fordern endlich weniger Gülle undWirtschaftsdünger auf unseren Äckern, weniger Tiere in unseren Ställen. Wirwollen ausschließlich eine umweltfreundliche Landwirtschaft fördern.Gewässerbelastungen durch Phosphor, Pestizide und Antibiotika aus der industriellenLandwirtschaft sowie Mikroplastikeinträge müssen massiv reduziert, Vorsorge-und Verursacherprinzip konsequent angewendet werden. Wir wollen denSchadstoffeintrag schon an der Quelle vermeiden.

Mit unseren Anträgen „Wasser musssauber und bezahlbar bleiben“ und „Grundwasserschützen, Überdüngung stoppen“ setzen wir uns für einen effektiven Umwelt-und Gesundheitsschutz ein, von dem wir alle langfristig profitieren können.

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