EU-SaatgutverordnungEtappensieg für die Vielfalt auf Äckern und in Beeten

Trecker auf Acker

Mit großer Mehrheit hat das Europäische Parlament den Vorschlag der EU-Kommission für eine neue Saatgutverordnung zurückgewiesen. Das ist ein Erfolg für Landwirte, kleinere Züchter, Erhaltungszucht-Initiativen und für die Verbraucher. Denn nun wird die Auswahl an Saatgut nicht durch bürokratische Regeln gemindert. Es ist ein Etappensieg für den Erhalt und die Förderung der Agro-Biodiversität in Europa.

Die EU-Kommission hatte es versäumt, mit ihrem Vorschlag zur EU-Saatgutgesetzgebung einen echten Schritt zur Förderung der Saatgut-Vielfalt zu gehen. Stattdessen kam sie vor allem den Forderungen der großen Saatgutkonzerne nach strikten Zulassungsregeln weit entgegen, mit denen diese ihre vorherrschende Stellung weiter hätten ausbauen können. Vielfaltssorten und Öko-Züchtungen sollten hingegen weiter ein Nischendasein mit Ausnahmeregelungen fristen. Zu Recht wurde dieser unzureichende Entwurf vom Parlament verworfen.

Saatgut-Vielfalt steigern

Für die grünen Bundestagsfraktion ist klar: eine neue EU-Saatgutgesetzgebung muss die Vielfalt auf unseren Äckern fördern, anstatt sie zu verhindern. Denn die biologische Vielfalt der Kulturpflanzen ist nicht nur ein schützenswertes Kulturgut, ohne sie geht auch die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft an unvorhergesehene Krankheitsgefahren oder sich verändernde Umweltbedingungen wie den Klimawandel verloren. Die EU-Kommission muss nun eine neue Vorlage machen, die endlich die Aspekte der Biodiversität ins Zentrum stellt.

Eine gute Saatgutgesetzgebung ist aber nur der erste Schritt zu mehr genetischer Vielfalt in der Landwirtschaft. Die zweite wichtige Maßnahme ist der Anbau einer großen Sortenvielfalt. Die schwarz-rote Bundesregierung muss hier wirksame Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört, mindestens dreigliedrige Fruchtfolgen in der „Guten fachlichen Praxis“ festzuschreiben und den ökologischen Landbau angemessen zu fördern.

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