GlyphosatEU muss deutsche Glyphosat-Verharmlosung korrigieren

Wird das „wahrscheinlich krebserregende“ Pflanzengift Glyphosat, das als meistverwendeter Pestizidwirkstoff der Welt gilt, für weitere zehn Jahre in der EU zugelassen oder nicht? Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA erarbeitet in diesen Tagen die entscheidende Empfehlung dazu. Bis Anfang November wird die EFSA ihren Bericht an die EU-Kommission übergeben. Das ist die Entscheidungsrundlage für die Glyphosat-Neuzulassung. Die EFSA stützt sich vor allem auf den mangelhaften und verharmlosenden Bericht des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Unabhängige Experten haben in den letzten Wochen eine ganze Reihe Fehler und Versäumnisse darin entdeckt. Auch in der Glyphosat-Bundestagsanhörung blieben viele Fragen zur deutschen Risikobewertung offen.

BfR-Bericht übergeht deutliche Hinweise auf krebserregende Wirkung

Deshalb haben jetzt Abgeordnete mehrerer Fraktionen aus Bundestag und Europaparlament den EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, in einem Offenen Brief dazu aufgefordert, den BfR-Bericht noch einmal gründlich unter die Lupe nehmen zu lassen, bevor die EFSA ihre Empfehlung ausspricht. Im Anhang zum Brief werden noch einmal wesentliche Kritikpunkte von Experten an der BfR-Risikobewertung zusammengetragen und aufgelistet.

Nach unserer Einschätzung hat das BfR deutliche Hinweise auf eine krebserregende Wirkung von Glyphosat konsequent übergangen und ignoriert, sowohl bei Laborstudien mit Tieren und Zellkulturen als auch bei Untersuchungen zu Krebs bei Landwirten. Besonders auffällig ist dieses Vorgehen bei Studien zur erbgutverändernden Wirkung von Glyphosat (Gentoxizität).

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