AgrarwendeFleisch für die Welt? Wir haben es satt!

Seite 3: Agrarwende jetzt!

Das Ergebnis fasst Anton Hofreiter am Abend auf dem parlamentarischen Abend der grünen Bundestagsfraktion zusammen. Die zahlreiche Missstände müssen beseitigt werden, damit Deutschland die Wende von seiner exportorientierten, umwelt- und klimafeindlichen Landwirtschaftspolitik, zu einer zukunftsfähigen, ökologisch verträglichen schafft. Resistente Keime auf Grund überbordenden Antibiotikaeinsatzes schrecken Verbraucher und Ärzte auf. Unser Grundwasser wird durch Überdüngung verschmutzt. Deutschland ist hier zusammen mit Malta trauriger Spitzenreiter in der EU. Die Artenvielfalt schwindet. Die Industrialisierung der Landwirtschaft führt zum Höfesterben. In den letzten 15 Jahren mussten 40 Prozent der Betriebe aufgeben. Vielen Bauern werde das Wasser abgegraben. Das wird sich durch das Auslaufen der Milchquote noch verschärfen.

Wir setzen Standards

Auch das geplante Freihandelsabkommen mit den USA stellt eine Gefahr dar: TTIP wird weiterverhandelt, aber von Minister Schmidt sei nicht viel zu erwarten. Die Gentechnikfreiheit für Lebensmittel und Produktion in Deutschland wird in dieser Form nicht aufrecht zu erhalten sein. Unsere Lebensmittelstandards dürfen nicht verwässert werden. Sie müssen stattdessen gestärkt und verbessert werden. Wir als grüne Bundestagsfraktion, so der Fraktionsvorsitzende, kämpfen für gute Standards, national und international!

Darum, so Hofreiter weiter, haben wir Grüne ‎im Bundestag das Thema zu einem Schwerpunkt gemacht. Wir wollen die Landwirtschaft fit für die Zukunft machen und die Agrarwende in Gang bringen. Wir wollen, dass die vielen anständig arbeitenden Bauern wieder eine Perspektive und wir alle sichere und nachhaltig produzierte Lebensmittel haben. Wir wollen auch national mit klaren Standards das Leben der Tiere in den Ställen verbessern und über eine transparente Kennzeichnung dafür sorgen, dass die VerbraucherInnen Herkunft und Haltungssystem wie bei Eiern auch bei Milch und Fleisch auf den ersten Blick erkennen können.

Sehr zu begrüßen ist, dass es inzwischen zahlreiche grüne Minister und Ministerinnen in den Bundesländern gibt, die mit uns für eine bessere Landwirtschaft kämpfen können. Und sie sind dabei sehr erfolgreich. Priska Hinz, seit einem Jahr Staatsministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hessen, unterstrich in ihrem Grußwort, als Vorsitzende der Agrarministerkonferenz wolle sie in diesem Jahr darauf drängen, dass die Bemühungen der Länder stärker koordiniert werden und der Bund stärker in die Verantwortung genommen wird.

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