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TierhaltungGesetzliche Tierhaltungskennzeichnung jetzt!

Leberkäse und Weißwurst
Eine gesetzliche Tierhaltungskennzeichnung für Fleisch ist überfällig - und rechtlich möglich. Doch Union und SPD beharren weiter auf ein freiwilliges Tierwohllabel.

Die von CDU/CSU und SPD angestrebte erneute große Koalition will an ihrem bisherigen Kurs festhalten: Ein Tierwohllabel soll weiterhin nur freiwillig sein. Anlässlich des Starts der Internationalen Grünen Woche (IGW) am 19. Januar 2018 in Berlin brüstet sich Agrarminister Schmidt mit diesem zukünftigen Label. Das weckt Erinnerungen an die IGW 2017, als der Minister sogar schon ein Logo für das Tierwohllabel vorstellte. Doch danach passierte nichts weiter. Denn für seine laschen Label-Kriterien bekam Christian Schmidt eine Abfuhr von Tierschutz- und Verbraucherverbänden. Dessen ungeachtet will die Bundesregierung mit diesem unambitionierten Kurs fortfahren – sie plant weiterhin ein freiwilliges Wischi-Waschi-Label.

Verbindliche Tierhaltungskennzeichnung jetzt!

Statt eines freiwilligen Labels, das zudem nur auf wenigen Lebensmitteln zu finden sein wird, brauchen wir eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung, die auf allen Fleischprodukten zu finden ist. Dazu haben wir bereits im Juni 2015 einen Antrag in den Bundestag eingebracht.

Die Ziffern 0 bis 3 sollen Verbraucherinnen und Verbraucher darüber informieren, ob sie Milch oder Fleisch von einer Kuh kaufen, die auf der Weide gegrast hat oder von einer, die das Sonnenlicht nie zu Gesicht bekam. Dass eine solche Kennzeichnungspflicht mit deutschem und europäischem Recht vereinbar ist, hat gerade noch einmal ein Rechtsgutachten bestätigt.

Bei der Eierkennzeichnung hat sich gezeigt, dass mehr Transparenz zu mehr Tierschutz führen kann: Schon nach kurzer Zeit wurden fast keine Käfigeier mehr nachgefragt. Nur eine wirksame Tierhaltungskennzeichnung schafft Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher und gibt ihnen damit eine echte Entscheidungsmöglichkeit. Dass sie das wollen, hat auch der aktuelle Ernährungsreport der Bundesregierung deutlich gezeigt: Danach sind neun von zehn VerbraucherInnen bereit, für mehr Tierwohl auch mehr zu bezahlen.

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