Agrarwende jetzt!Grünes Sofortmaßnahmenpaket

Umsteuern in der Landwirtschaft - das ist für die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ein Gebot der Stunde. Seit Jahren betreibt die Bundesregierung hier eine Politik, die nicht zukunftsfähig ist und von der nur einige wenige profitieren. Dabei ist die Art und Weise, wie wir unsere Lebensmittel produzieren und konsumieren, eine der zentralen ökologischen und sozialen Fragen unserer Zeit. Antibiotikamissbrauch und Tierquälerei in der Massentierhaltung, Monokulturen und rapides Artensterben, Landraub, verseuchtes Grundwasser und überdüngte Böden sind nur die offensichtlichsten Missstände der gegenwärtigen politischen Fehlsteuerung.

Sieben Maßnahmen für eine grüne Landwirtschaft und gutes Essen

Es ist höchste Zeit für einen Politikwechsel. Mit sieben Sofortmaßnahmen will die Fraktion die Agrarwende einleiten - für eine grüne Landwirtschaft und gutes Essen.

Dazu gehört, dass öffentliches Geld nicht weiterhin an die Agrarindustrie geht. Die Bundesregierung muss Subventionen von oben nach unten umverteilen und damit bäuerliche Betriebe unterstützen, die umwelt- und tierverträglich wirtschaften. Um den Bau weiterer Massentierhaltungsanlagen und die Verseuchung des Grundwassers mit Nitrat zu stoppen, müssen absolute Obergrenzen für Tierhaltungsanlagen und eine Flächenbindung gelten und die Gemeinden müssen die Möglichkeit haben, den Bau weiterer Anlagen zu stoppen. Eine bessere Luft- und Wasserqualität soll durch ein verschärftes Düngegesetz und eine striktere Düngeverordnung gewährleistet werden. Dem ausufernden Antibiotikaeinsatz und der damit verbunden Bedrohung durch multiresistente Keime muss die Bundesregierung mit einer Dreifachstrategie begegnen: Bessere Hygienestandards in Krankenhäusern und Heimen, mehr Tierschutz in den Ställen und eine Verbannung der Reserveantibiotika aus der Tierhaltung.

Gentechnikfrei, klonfrei, transparent

Wie es die die übergroße Mehrheit der VerbraucherInnen und BäuerInnen will, sollen Äcker und Lebensmittel in Deutschland und Europa gentechnikfrei sein und tierquälerischem Klonen ein Riegel vorgeschoben werden. Gesunde Ernährung muss die Regierung zum festen Bestandteil in Kitas, Schulen, Unternehmen und Pflegeeinrichtungen machen. Mit umfassenden Kennzeichnungen von Lebensmitteln, vor allem von tierischen Produkten, muss Schwarz-Rot endlich dafür sorgen, dass VerbraucherInnen wissen, was sie essen.

Nicht zuletzt muss die Bundesregierung damit aufhören, ihren agrarpolitischen Irrweg über Partnerschaften mit der Großindustrie in Entwicklungsländer exportieren zu wollen. Hier wie dort gilt: Die Zukunft der Landwirtschaft ist bäuerlich, ökologisch und tiergerecht.

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