Sauen als GebärmaschinenHormoneinsatz ist Standard bei Turbomast

Intensivtierhaltung von Schweinen auf kleinstem Raum

Tiere werden in Agrarfabriken wie Produktionsfaktoren behandelt und nicht als Lebewesen. Das bestätigt eine BUND-Studie von Prof. Dr. Bernhard Hörning von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde zum Hormoneinsatz bei Zuchtsauen. Die Folgen sind inakzeptablen für die Tiere und die Umwelt.

Hormone zur Planung von Betriebsabläufen

Die Sauen werden in hochspezialisierten Betrieben allein zur Zucht von Ferkeln gehalten. Sie sind genetisch auf Höchstleistungen getrimmt und werfen oftmals mehr Ferkel, als Zitzen für deren Ernährung vorhanden sind. Durch die Behandlung mit Hormonen werden die Sauen in ihrem Fortpflanzungszyklus gleichgeschaltet. Das heißt, sie können am gleichen Tag künstlich befruchtet werden. Auch die Geburt, das sogenannte Abferkeln, wird nicht dem individuellen Verlauf einzelner Sauen überlassen: Durch weitere Hormongaben wird die Geburt eingeleitet, so dass alle Sauen einer Gruppe am gleichen Tag die Ferkel bekommen. Der Hormoneinsatz wird durch arbeitswirtschaftliche Zwänge gerechtfertigt. Unserer Meinung nach haben produktionsbedingte Hormongaben, die an gesunde Tiere verabreicht werden, keinen medizinischen Sinn. Sie sind nichts anderes als Doping zur Leistungssteigerung. Die Tiere werden zu Brutmaschinen degradiert und die Produktionsweise hat mit bäuerlicher Landwirtschaft zum Wohle der Allgemeinheit nichts zu tun. Wir wollen keine Turbo-Ferkelzucht, bei der Tiere mit Medikamenten zu Höchstleistungen getrimmt werden und dann überzählige schwache Ferkel im Müll landen.

Wo gehen die Hormone hin?

Über den Verbleib der Hormone in der Gülle und über deren Auswirkungen in der Umwelt ist so gut wie nichts bekannt. Wir wollen keine Hormonbelastung in den Böden, in Gewässern und im Trinkwasser. Noch gibt es viel zu wenige Untersuchungen zu den Auswirkungen von veterinärmedizinischen Hormonpräparaten in Gewässern und Böden. Agrarminister Friedrich ist hier in der Pflicht, die Verbraucher zu schützen und die Unbedenklichkeit des Trinkwassers und der Lebensmittel zu gewährleisten.

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