Landwirtschaft und KlimaKlimakrise macht Ernte 2017 platt

Nach den verheerenden Regenfällen drohen in einigen Regionen des Landes komplette Ernte-Ausfälle. Ein Landwirt aus Niedersachsen schaut sich nach den starken Regenfällen im Juli 2017 auf seinem Weizenfeld die im Wasser liegenden Kornähren an.
Ein Bauer aus Niedersachsen betrachtet, nach den verheerenden Regenfällen im Juli 2017, im Wasser liegende Kornähren. Die industrielle Landwirtschaft ist mit verantwortlich für die Klimakrise und ihre weltweiten Folgen wir Dürre, Stürme, Starkregen, Hochwasser und die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Menschen hier und in anderen Teilen der Welt.

Fast 50 Prozent weniger Äpfel und Birnen als letztes Jahr, Getreide, das sich wegen des heftigen Regens kaum vom Feld holen ließ – das war das Erntejahr 2017. In Deutschland litt der Anbau unter den Wetterextremen. Auf den wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen folgte ein eisiger April und ein Mai und Juni mit Starkregen, Hagel und Überschwemmungen. Die Frostschäden beim Obstbau werden auf rund 200 Millionen Euro geschätzt. Aber auch beim Gemüse haben die BäuerInnen Ernteeinbußen und die VerbaucherInnen müssen für ihre Lieblingsspeise jetzt mehr bezahlen. Ertragseinbuße gibt es unter anderem bei Feldsalat, Radieschen, Erbsen, Bohnen und Blumenkohl.

Ernteverluste in vielen EU-Ländern

Unterdessen fordert die Klimakrise auch anderswo ihren Tribut. In Österreich fällt die Rapsernte wegen Trockenheit um bis zu 50 Prozent niedriger aus. In Spanien fällt aufgrund der Dürre auf vielen Höfen die Ernte komplett aus. In Italien sind davon vor allem Tomaten-, Wein- und Olivenanbau betroffen – die Einbußen werden auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt. Zudem leiden die Tiere. Die Milchmenge ist in Teilen des Landes um 40 Prozent geschrumpft.

Landwirtschaft braucht ein gutes Klima

Kein anderer Bereich ist so unmittelbar auf den Erhalt unserer Lebensgrundlagen angewiesen wie die Landwirtschaft. Sie ist daher auch eine der ersten Leidtragenden der Klimakrise, die sich immer weiter zuspitzt. In den letzten 15 Jahren mussten Bäuerinnen und Bauern durchschnittliche jährliche Ertragsausfälle von circa. 470 Millionen Euro verkraften – infolge von Wetterextremen wie Dürre, Hagel und Starkregen. Das Umweltbundesamt (UBA) warnt, Trockenheit könne künftig gerade in Ost- und Südwestdeutschland zu „verminderter Erntequalität und geringerem Ertrag führen. Häufigere Extremwetterereignisse (…) können Bodenerosion verstärken“.

Landwirtschaft muss klimafreundlich werden

Umso frappierender ist es, dass die Art und Weise, wie wir Landwirtschaft momentan betreiben, die Klimakrise über zahlreiche Wege verschärft – und dass der relative Beitrag der Landwirtschaft an den Treibhausgas-Emissionen in Deutschland steigt. Die industrielle Landwirtschaft ist mitverantwortlich für die Klimakrise und ihre weltweiten Folgen wie Dürren, Stürme, Hochwasser und die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Menschen hierzulande und in anderen Teilen der Welt. Wir können daher nicht nachvollziehen, warum Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und der Bauernverband noch immer der Meinung sind, die Landwirtschaft in Deutschland müsse von einer fortschrittlichen Klimapolitik ausgenommen werden.

Für uns Grüne im Bundestag ist auch klar: Eine klimafreundliche Landwirtschaft ist Teil einer Landwirtschaft der Zukunft, wie die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in diesem Land sie sich wünscht. Einer Landwirtschaft, die Tiere respektvoll behandelt, unser Wasser und unsere Artenvielfalt schützt und unsere Böden gesund erhält.

Wie wir eine solche Landwirtschaft klimafreundlich gestalten können, haben wir in einem Beschluss der grünen Agrar-, Klima- und UmweltpolitikerInnen beschrieben.

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1 Kommentar
Klima und Wetter
Manfred Klittich 01.09.2017

Da wird mal wieder Wetter mit Klima verwechselt.

Bitte belegen Sie die behauptete Häufung extremer Wetterereignisse mit seriösen Statistiken.

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