Bäuerliche LandwirtschaftStreit um Milchmarktkrise eskaliert

Kühe in einem Bauernhof in Büdesheim in der Eifel

Seit Sommer 2014 fallen die Erzeugerpreise für Milch kontinuierlich und liegen mittlerweile weit unter 30 Cent pro Liter und damit unter den Produktionskosten, die im Gegenzug gestiegen sind. Das trifft vor allem kleine und mittlere Milchbetriebe. Diese Entwicklung hat sich schon länger abgezeichnet und wird auch weiterhin anhalten wie Marktexperten prognostizieren.

Erhaltung einer bäuerlichen Erzeugerstruktur

Die Situation wurde von dem grünen Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff schon lange thematisiert. Ein detailliertes Programm zur Reaktion auf Milchmarktkrisen und zur Erhaltung einer bäuerlichen Erzeugerstruktur haben wir mit unserem Antrag zur Milchviehhaltung am 18. März 2015 vorgelegt.

Die Bauern befinden sich in einem Dilemma. Eine Steigerung der Milchmenge auf dem Markt führt zu weiter sinkenden Preisen. Individuell können die Bauern die Menge nicht reduzieren sondern müssen mithalten. Aber mit Investitionen steigt die Abhängigkeit von guten Preisen. Das gleicht einem Teufelskreis, der in eine Spirale von Mengensteigerung, Preisverfall und Ausscheiden von Betrieben führt. Das ist ein Fall von Marktversagen, der politische Intervention notwendig macht.

Wie will Bundesminister Schmidt die Milchkrise lösen?

Bundesminister Schmidt hat sich zur Debatte bisher gar nicht verhalten, keine Konzepte vorgelegt und ignoriert die Situation auf dem Milchmarkt. Dieser Konflikt ist in der Debatte zum Agrarbericht am 19. Juni 2015 eskaliert, weshalb Friedrich Ostendorff nun einen offenen Brief an den Bundesminister Schmidt geschrieben hat und ihn auffordert Position zu beziehen, mit welchen Konzepten er beabsichtigt die Milchkrise zu lösen.

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