Biofach 2014Wachstumspolitik für Ökolandbau

Landwirt mit Radieschen

Die Nachfrage nach Bio-Produkten wächst und wächst und wächst. Auch 2013 gab es ein deutliches Umsatzplus von 7,2 Prozent. Davon profitieren alle Absatzwege von Bio-Produkten: der Naturkosthandel, der klassische Lebensmitteleinzelhandel, die Direktvermarkter, das Lebensmittelhandwerk und alle weiteren Verkaufsstätten.

Die Entwicklung der Nachfrage und die der Bio-Betriebe sowie der Bio-Flächen gehen aufgrund falscher politischer Rahmensetzungen auseinander. Letztes Jahr wuchs die ökologisch bewirtschaftete Fläche Schätzungen zu Folgen nur noch um ein Prozent gegenüber 2012. Die Zahl der Bio-Betriebe steigerte sich im selben Zeitraum um zwei Prozent auf 23.484 Betriebe. Bio und regional aus Deutschland wird damit immer mehr zur Mangelware. Immer mehr Biowaren kommen aus dem Ausland.

Doch die Bundesregierung behandelt den Ökolandbau weiter wie ein Stiefkind. Daran hat auch der Wechsel von Schwarz-Gelb zu Schwarz-Rot nichts geändert. Im Koalitionsvertrag war Union und SPD der ökologische Landbau nicht einmal ein Wort wert. Damit ignorieren die Koalitionäre ein Wachstumsfeld, das deutlich mehr Arbeitsplätze als die konventionelle Landwirtschaft schafft und die Wertschöpfung im ländlichen Raum steigert. Auf die wichtigen Impulse für den Umwelt- und Artenschutz wird leichtfertig verzichtet.

Trendwende für heimisches Bio einleiten

Die Bundesregierung muss ein Jahrzehnt nach der rot-grünen Agrarwende endlich wieder eine gezielte Wachstumspolitik für den ökologischen Landbau einleiten. Seine gesellschaftlichen Leistungen im Bereich Umwelt-, Klima-, Natur- und Tierschutz müssen angemessen und verlässlich honoriert werden. Um die Wertschöpfung des Ökolandbaus weiter auszubauen, wollen wir regionale Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen stärken. Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung der Agrarstruktur (GAK) müssen die Ökolandbau-Prämien aufgestockt und ein entsprechender Förderschwerpunkt eingerichtet werden.

Es ist dringend notwendig, die Forschung für den ökologischen Landbau zu stärken. Wir Grüne im Bundestag schließen uns der Forderung des Rates für nachhaltige Entwicklung an, dass 20 Prozent der Agrarforschungsmittel des Bundes für Forschungsvorhaben mit Zielrichtung ökologische Lebensmittelwirtschaft reserviert werden sollen.

Bei der Neugestaltung der Biogasförderung im Rahmen der geplanten EEG-Novelle muss die Konkurrenzsituation zwischen Biogaserzeugung und Ökolandbau entschärft werden. Und die Bundesregierung muss alle verfügbaren Möglichkeiten nutzen, um Deutschlands Äcker frei von Gentechnik zu halten, nachdem sie mit ihrer fahrlässigen Enthaltung bei der Abstimmung über die Zulassung des Mais 1507 die Tür für die Gentechnik auf Europas Äckern aufgestoßen hat.

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