JugendarbeitslosigkeitPerspektiven für Europas Jugend

Zwei Demonstranten mit Anonymous Masken (Guy Fawkes-Masken) gehen Richtung Kongress.

Am Mittwoch trafen sich die Europäischen Staats- und Regierungschefs in Mailand zum EU-Beschäftigtengipfel, um über die Jugendarbeitslosigkeit in Europa zu beraten. In der EU sind weiterhin über 5,5 Millionen junge Menschen ohne Job. In Griechenland lag die Arbeitslosenquote im August 2014 bei 58 Prozent, in Spanien bei 55 Prozent. Gleichzeitig werden in Deutschland zunehmend Fachkräfte gesucht. Doch auch hierzulande haben 7,9 Prozent der 15- bis 24-Jährigen, die gern arbeiten wollen, keinen Ausbildungsplatz und keine Beschäftigung.

Insbesondere die Finanz- und Wirtschaftskrise haben dazu geführt, dass vielen jungen Menschen der Einstieg in Ausbildung und Beruf verwehrt bleibt. Selbst wenn sie einen Job haben, sind sie die ersten, die gehen müssen. Noch immer ist der Anteil befristeter Beschäftigungsverhältnisse bei jungen Menschen um ein Vielfaches höher als bei anderen.

Wenn nun Bundesministerin Nahles andere Länder kritisiert, dann ist das nicht mehr als ein Ablenkungsmanöver. Statt sinnvoll in Bildung und Ausbildung zu investieren, haben die von Frau Merkel forcierten europäischen Spar- und Deregulierungsvorgaben die Krise in den südeuropäischen Ländern noch verschärft.

Erste Hilfe gegen Perspektivlosigkeit

Wir fordern die Bundesregierung auf, das Problem der Jugendarbeitslosigkeit nicht nur in Gipfelreden ernst zu nehmen. Es braucht schnelle und unbürokratische Hilfen für die jungen Menschen, die keine Ausbildung und keinen Job haben. Das gilt sowohl für die vielen Millionen in Südeuropa, als auch für die vielen Tausend hierzulande.

Mit der von uns Grünen auf den Weg gebrachten europäischen Jugendgarantie haben sich die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, Jugendlichen spätestens nach vier Monaten Arbeitslosigkeit eine Arbeitsstelle oder einen Ausbildungsplatz anzubieten. Es wird höchste Zeit, dieses Versprechen mit Leben zu erfüllen.

Junge Menschen aus den Krisenstaaten, die zur Arbeitssuche ihre Heimatländer verlassen, müssen fair behandelt werden und brauchen eine ausreichende Unterstützung bei der Eingliederung in ihre neuen Arbeitsmärkte und ihr neues Lebensumfeld.

Ein deutlich besser ausgestatteter Sozialfonds soll Mitgliedstaaten mit hoher Jugendarbeitslosigkeit mehr Mittel für deren Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit zur Verfügung stellen. Investitionen in Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit sind Zukunftsinvestitionen, die nicht dem Rotstift zum Opfer fallen dürfen.

Wenn wir jetzt nicht schnell und nachhaltig gegen Jugendarbeitslosigkeit vorgehen, droht Europa eine Generation junger Menschen zu verlieren, die in einem vereinten Europa aufgewachsen und mehrheitlich von der europäischen Idee überzeugt ist. Dem werden wir uns als grüne Bundestagsfraktion entgegenstellen.

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1 Kommentar
Erster Mai im Bezirk, in Berlin, in Straßburg
Dominik 03.05.2014

Liebe Brigitte, liebe Bundestagsfraktion,

in Hamburgs südlichstem Bezirk Harburg tobt der Wahlkampf und im Kreisverband herrscht gute Stimmung bei Infoständen, Verteilern und Aktionen - wie der Demo am 1. Mai.

Ich wollte an der Stelle nur Danke sagen. Danke, dass wir ratz-fatz nachlesen konnten, welche aktuellen Hindernisse die GRÜNEN angehen, um Arbeitnehmende zu unterstützen.
So sollen die Zahlnräder Kreisverband-Landesverband-Bundesverband ineinandergreifen :)
Beste Grüße aus Harburg,
Dominik

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