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AtomkonferenzAtomausstieg weltweit – utopisch oder logisch?

Deutschland hat fraktionsübergreifend den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen, doch das weltweite atomare Karussell dreht sich nach wie vor kräftig weiter.

Ausstiegsland Deutschland – isolieren wir uns selbst oder ist das Land noch immer ein Wegweiser für andere Länder? Wohin steuert die EU? Welchen Reformbedarf gibt es beim Euratom-Vertrag? Was für Probleme verursachen Atomkraftwerke im Langzeitbetrieb? Welcher Energie gehört die Zukunft und welche Rolle wird die Atomkraft dabei noch spielen?

Diese und weitere Fragen haben wir anlässlich des achten Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Fukushima in international besetzten Panels mit Vertreter*innen von Regierungen, Atominstitutionen und der Zivilgesellschaft kontrovers diskutiert.

In seiner Begrüßung stellte Toni Hofreiter fest, dass „wir den Atomausstieg ja bereits mehrfach beschlossen haben“ und ergänzte: „Wir sind auch in Deutschland noch längst eigentlich nicht da, wo wir eigentlich sein möchten.“ Aus seiner Sicht liegt es nicht zuletzt in der Verantwortung Deutschlands und der Bundesregierung „den Atomausstieg wirklich zu einem Exportschlager zu machen.“ Er forderte mehr Engagement bei der Schließung der Urananreicherungsanlage in Gronau und der Brennelementefabrik Lingen, bei der Revision des EURATOM-Vertrags und der Schließung der belgischen Pannen-AKW.

Sylvia Kotting-Uhl richtete in ihrer Einführung den Blick nach Fukushima und Tschernobyl, acht bzw. knapp 33 Jahre nach den Reaktorkatastrophen. „Wenn man sich sowohl die Statistiken zu Kinderkrankheiten anschaut als auch die Haushaltspläne dieser Länder anschaut oder mit Betroffenen spricht, wird relativ schnell deutlich, dass man sich von einem Super-GAU nicht erholt“, so Kotting-Uhl. Genau das versuche Japan zu demonstrieren, indem das Land im Jahr 2020 die olympischen Spiele ausrichtet und damit der Welt zu zeigen versuche, dass man mit einem Super-GAU leben könne.

„Die bis heute 100 Milliarden Kosten, die Hunderttausende von großen schwarzen Säcken, die mit kontaminierter Erde gefüllt überall herumstehen und von denen niemand weiß wohin damit, sind nicht der einzige Preis den Japan dafür zahlt.“ Den Preis, den z.B. die Arbeiter bezahlen werden, die mit den beständigen Dekontaminierungsanstrengungen befasst sind, kenne heute noch niemand. Man dürfe nicht glauben, Deutschland hätte im Ausland genug für einen europaweiten Atomausstieg getan, geschweige denn für einen weltweiten, betonte Kotting-Uhl.

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