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Vier Jahre nach FukushimaEin dauerhafter Brennpunkt

Die schwer beschädigten Reaktoren 3 und 4 von Fukushima Daiishi im März 2011 aus der Luft aufgenommen.

Vier Jahre sind seit dem Reaktorunglück in Fukushima vergangen. Die beim Reaktorunfall ausgetretenen Radionuklide haben den Boden und das Wasser verseucht. Durch Dekontaminierungsarbeiten ist aber zumindest die Strahlenbelastung in den von Menschen bewohnten Gebieten deutlich zurückgegangen. Nach mehreren Änderungen ist das Evakuierungsgebiet nun der Verteilung radioaktiver Stoffe entsprechend in drei Zonen aufgeteilt. In einigen Gebieten wurde nun auch die Evakuierungsaufforderung zurückgenommen, was auch bedeutet, dass auch die Entschädigungszahlungen eingestellt werden. Viele Menschen werden so gezwungen, an ihren ursprünglichen Wohnort zurückzukehren, obwohl dort keine lokale Wirtschaft und auch kein soziales Gefüge mehr existieren. Zudem setzen sich die RückkehrerInnen einem Risiko der Verstrahlung aus, denn noch lange ist nicht alles sicher auf der Atomanlage Fukushima. Ganz im Gegenteil.

Gefahren und Herausforderungen

Immer noch ist unklar, wo sich der geschmolzene Kernbrennstoff der Reaktorblöcke 2 und 3 befindet. Man versucht bereits seit längerer Zeit erfolglos, sie mit Hilfe von Spezialrobotern zu finden. Aufgrund dieser Situation müssen die Reaktoren dauerhaft gekühlt werden. Die Kühlung stellt eine große Herausforderung dar, weil dabei große Mengen an kontaminiertem Wasser anfallen. Zudem tritt Grundwasser in die Kellerräume der Reaktoren ein und wird so ebenfalls verseucht. Durch undichte Stellen im Gebäude gelangt es unkontrolliert ins Meer. Die großen Wassermassen führen zu einem weiteren Problem, nämlich der sicheren Lagerung auf dem Gelände. Häufige Leckagen der Lagertanks führen zu Austritten radioaktiver Flüssigkeiten. Es müssen bessere Tanklagerungen gebaut werden, die das kontaminierte Wasser auffangen, und auch die Keller müssen trocken gelegt werden. Eine wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist auch, wie auf langfristige Sicht mit dem später dekontaminiertem Wasser, das dann aber immer noch Tritium enthält, umgegangen werden soll. Bereits heute gibt es Einleitungen ins Meer.

Wichtige nächste Schritte

Zunächst müssen die Kernbrennstäbe aus den Lagerbecken und aus den Reaktorblöcken geborgen werden. Allein dies ist ein Mammutprojekt, bei dem es immer wieder zu unvorhergesehenen Problemen kommen kann. Für diese Arbeiten ist vor allem die weitere Stabilisierung der Gebäude ein wichtiger Faktor. Für den Rückbau der Reaktoren werden vom Betreiber Tepco 30 bis 40 Jahre angestrebt. Experten halten dies jedoch für eine sehr optimistische Planung.

Tanz auf dem Vulkan

Obwohl die Situation in Fukushima Daiichi weder bewältigt ist, noch absehbar ist, ob sie je bewältigt werden kann, will die Regierung Abe Atomkraftwerke wieder hochfahren. Das AKW Sendai in der Nähe zweier aktiver Vulkane soll als erstes ans Netz. Bisher wird das vom Widerstand der Kommunen verhindert. Die japanische Gesellschaft will den Atomausstieg. Doch Premier Abe erklärt den “billigen Atomstrom” als unverzichtbar für Japans Wirtschaft. Und dieses Argument beginnt zu wirken.

Japan hat eigentlich alle Voraussetzungen für eine Energiewende: Technologie-Affinität, eine exzellente Wissenschafts- und Hochschullandschaft, die Notwendigkeit sich nach zwanzigjähriger Rezession innovativ aufzustellen, hohe energetische Effizienzpotentiale und fantastische natürliche Voraussetzungen für die Nutzung erneuerbarer Energien: hohe Sonneneinstrahlung, lange windhöffige Küsten, gute Bedingungen für Geothermie und viele Möglichkeiten zur Biomasse-Nutzung.

Fukushima hat der Welt gezeigt, dass Atomkraft nicht beherrschbar ist. Ein weltweiter Ausstieg ist notwendig!

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