EU-AtompläneNein zur Atom-Renaissance!

AKW Doel in Belgien

Ein Gespenst geht um in Europa: Nach dem Willen der EU-Kommission soll die Atomkraft wiederbelebt werden. So steht es in einem Papier der Kommission, das in Kürze beraten wird und dann Europaparlament und Rat vorgelegt werden soll. Die gefährliche Atomtechnologie, die nicht nur wegen Sicherheits- und Entsorgungsproblemen sondern auch wirtschaftlich gescheitert ist, soll also künftig mit Milliarden-Subventionen künstlich am Leben gehalten werden.

Die gleiche Kommission lässt zugleich nichts unversucht, um die erneuerbaren Energien auszubremsen. Sie beäugt argwöhnisch die Finanzierung von Strom aus Sonne, Wind & Co. und stellt sie immer wieder in Frage. Für Atomkraft sollen dagegen andere Regeln gelten.

Schrottmeiler sollen bis 2025 unverändert laufen

Und die Kommission setzt noch eins drauf: Damit die Betreiber mit den alten AKW noch genug Geld verdienen können, sollen Probleme wie die Risse in den belgischen AKW Doel und Tihange erst 2025 gelöst werden. Das ist unverantwortlich und ein Schlag ins Gesicht all jener Menschen, die rund um die alten Schrottmeiler wohnen.

Statt den Atomlobbyisten zu folgen, sollte die EU-Kommission endlich die Zeichen der Zeit erkennen. Denn Gesellschaft und Energiemärkte haben nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa längst entschieden: Atomkraft ist ein Auslaufmodell. Neue AKW – ob Hinkley Point in Großbritannien oder Paks in Ungarn – sind wenn überhaupt nur gegen die Regeln des gemeinsamen Energiemarktes und mit enormen Subventionen realisierbar.

Bundesregierung desinteressiert am EU-Atomausstieg

Die Bundesregierung trifft der Vorstoß offenbar völlig unerwartet. Wir erwarten von Sigmar Gabriel ein klares Nein zu den absurden Atomplänen der EU. Und die Bundesregierung muss endlich handeln. Wir haben sie zuletzt Mitte April im Bundestag in einem Antrag aufgefordert, sich in Europa für einen Ausstieg aus Atomkraft einzusetzen. Die Koalition hat das erneut abgelehnt.

Es zeigt sich jetzt, wie sehr das Thema auf den Nägeln brennt. Die hochgefährliche Atomkraft darf keine Subventionen erhalten. Außerdem müssen die alten Schrottmeiler, die auch für Deutschland eine Bedrohung sind, endlich vom Netz. Es kann nicht sein, dass die EU die erneuerbare Energien ausbremst und gleichzeitig Atomkraft fördern will. Die Bundesregierung muss in Brüssel jetzt Tacheles reden und konsequent handeln.

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3 Kommentare
Gast***** 18.05.2016

Ja Ihr Grünen wolltet doch "mehr Europa". Nun macht die EU Kommission was Sie will - natürlich ohne die Grünen oder das Volk zu fragen.
Allerdings halte ich die Einstellung der EU, in diesem Fall für sinnvoll denn die Kernkraft stellt eine fast ewig verfügbare, geringen Platz beanspruchende, grundlastfähige und saubere Stromquelle dar. (für Klimaschwindelgläubige - sogar mit Null CO2 Emissionen im Betrieb). Die Gefahren/Probleme der Kernkraft wurden von den Grünen erfunden oder aufgeblasen. Kein Kraftwerk kann explodieren oder nach außen strahlen. Bei den neuen Kraftwerkstypen fällt nicht mal mehr "Atommüll" an.

Seltsam
Heinz 18.05.2016

Mit dem Verteilen von Atommüll beispielsweise im Kosovo, Irak und Afghanistan mittels NATO - DU- Munition hatten die Grünen noch nie ein Problem.

Photovoltaik gleich Energiesenke?
MGR 20.05.2016

A recent paper in Energy Policy (by F.Ferroni, and R.J.Hopkirk) on the EROI (energy returned on energy invested) of photovoltaic solar systems in countries of moderate irradiation (e.g. Germany or Switzerland) came up with a NEGATIVE EROI of “0.85:1”.
Soll heißen für unsere deutschen Photovoltaikdächer: Nimmt man den Energieertrag über die gesamte Lebenszeit gerechnet und zieht den gesamten notwendigen Energieaufwand ab so ergeben sich NEGATIVE Werte. D.h. deutsche Photovoltaik ist eine Energiesenke oder allenfalls ein besseres Nullsummenspiel aber keine Energiequelle! Und Speicherverluste sind hierbei noch garnicht berücksichtigt. Die EU wird dieses fundamentale Problem wohl erkannt haben

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