Wohnkonferenz 2016Gutes Wohnen für alle – sozial, lebenswert, ökologisch

Seite 5: Lab 4: „Wohnen und Integration im Quartier“

Im Lab Willkommensarchitektur unter der Leitung von Chris Kühn wurde die baupolitische Frage diskutiert, wie Willkommensarchitektur ohne Stigmatisierung funktionieren und Flüchtlingsghettos auf der grünen Wiese verhindert werden können. Wie der Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik in seinem Input darstellte, soll Willkommensarchitektur eine Architektur sein, die einlädt und willkommen heißt.

Beispiele, wie genau das gelingen kann, hatte der Architekt Oliver Thiedmann von der Universität Hannover dabei. Gemeinsam mit Studierenden stellte er Entwürfe vor, die das Wort Willkommensarchitektur in konkrete Bauten umsetzen wollten. Das Füllen von Baulücken, die Umnutzung bestehender Gebäude oder die Aufstockung von Flachbauten waren Beispiele, die auch im Rahmen der Ausstellung „Refugees Welcome“ im Foyer besichtigt werden konnten.

Von den Schwierigkeiten, vor denen viele Länder und Kommunen hinsichtlich der Unterbringung von Flüchtlingen stehen, berichtete die Vorsitzende der grünen Fraktion im Abgeordnetenhaus Berlin Antje Kapek. In Berlin sei das seit rund 10 Monaten eine sehr heftige Diskussion. Die Hauptstadt stehe für Vielfalt und Integration, brauche aber schnell kostengünstige und nachhaltige Unterkünfte. Vor allem die Standortsuche erweist sich, so Antje Kapek, vor Ort häufig als sehr schwierig.

Während der anschließenden Diskussion ergriff Sabine Bösing vom Paritätischen Gesamtverband stellvertretend für alle Menschen, die von der Teilhabe in Nachbarschaften durch Barrieren unterschiedlichster Art ausgeschlossen sind, das Wort. Integration sei für alle ein wichtiges Thema, Quartiere müssten lebenswert und gemischt sein – für Flüchtlinge, ältere, körperlich oder geistig beeinträchtigte Mitbürgerinnen und Mitbürger oder Geringverdiener. Auch sie bräuchten eine Willkommensarchitektur.

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