Wohnkonferenz 2016Gutes Wohnen für alle – sozial, lebenswert, ökologisch

Seite 6: Lab 5: „Gutes und Wohnen und Leben im Alter“

Die demografiepolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion Doris Wagner diskutierte mit Werner Landwehr vom Forum Kreuzberg und Monika Schneider von der BAG Wohnungsanpassung die Herausforderung, älteren Menschen Wege zu gutem Wohnen und Leben zu ebnen. Im Jahr 2030 wird jeder Vierte über 65 Jahre alt sein, so Doris Wagner. Nur ein bis zwei Prozent des Wohnraums in Deutschland sind momentan barrierefrei. Hier braucht es ein Kataster, um überhaupt zu wissen, wie die Lage ist. Die meisten Senioren leben am Stadtrand oder außerhalb der Stadt. Viele Wohnungen lassen sich nicht oder nur zu teuer altersgerecht anpassen, das gilt insbesondere für Einfamilienhäuser. Teilweise bleibt daher nur ein Umzug um in einer altersgerechten Wohnung oder Wohngemeinschaft zu leben.

Die Planung sollte gemeinsam mit den Bewohnern erfolgen. Es muss nicht immer DIN-gerecht sein, weil nicht jeder eine rollstuhlgerechte Wohnung braucht, vielen reicht zum Beispiel Rollator gerecht. Wohneigentümergemeinschaften tun sich oft schwer mit der altersgerechten Modernisierung, insbesondere viele alte Menschen haben nicht die nötigen finanziellen Mittel. Die KfW Förderprogramme stellen für Viele ebenfalls eine große Barriere dar. Teilweise erzeugen sie eher Mitnahmeeffekte als positive Effekte für die Betroffenen. Einige Wohnungsbauprogramme der Länder unterstützen ebenfalls den altersgerechten Umbau. Es lohnt sich, bei energetischer Sanierung gleich altersgerecht umzubauen. Viele Menschen können schlicht nicht umziehen, weil es keinen Markt mit altersgerechten Wohnungen gibt.

Ein aktuelles Problem bei den Bauordnungen sind die Regelungen zu Fahrstühlen. Hier braucht es andere Abstandsflächen. Balkone sind mit den momentanen Normen kaum schwellenarm herzustellen.

Immer mehr Wohnungsgesellschaften öffnen sich der Quartiersidee. Angebote im Quartier können die Versorgung Älterer sichern. Es hilft, Pflegedienste, Ärzte aber auch Gewerbetreibende in Planungen für altersgerechte Nachbarschaften einzubeziehen und die Nahversorgung im Quartier auch in die Fläche hinein zu tragen.

Mehr zum Thema Bauen Wohnen Stadtentwicklung

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4399550