Wohnkonferenz 2016Gutes Wohnen für alle – sozial, lebenswert, ökologisch

Seite 8: Resümees aus den Labs und politischer Ausblick

Lab1

Chris Kühn: Niemand hat die neue Wohnungsgemeinnützigkeit abgelehnt. Wir können jetzt offene Fragen klären und Details ausarbeiten für diesen Schwerpunkt unserer Arbeit.

Reinhard Thies: Ich sehe hier einen Aufschwung und neue Partner, und werde künftig viel selbstbewusster eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit diskutieren.

Lab 2

Renate Künast: Das Mietrecht und seine sozialen Ziele sind in Gefahr. Die Mietpreisbremse muss korrigiert werden, damit sie wirkt. Die Modernisierungsumlage würde am besten abgeschafft. Zumindest brauchen wir hier eine Kappung.

Katrin Schmidberger: Der Deutsche Mieter Bund empfiehlt, die Modernisierungsumlage abzuschaffen und eine faire Lastenverteilung zu installieren, damit künftig nicht hohe Baukosten sondern wirtschaftliches Handeln belohnt werden. Dafür braucht es eine starke Mieterbewegung.

Lab 3

Oliver Krischer: Unser politischer Auftrag ist es, nachwachsende Baustoffe zu stärken und das Mentalitätsproblem gegenüber Holz aufzulösen. Dafür ist ein Marktanreizprogramm richtig: es macht nachwachsende Baustoffe wirtschaftlich interessant.

Ludger Dederich: Noch immer besteht das Vorurteil, dass Bauen mit nachwachsenden Baustoffen teurer sei. Das müssen wir Fachleute stärker als bisher mit harten Fakten widerlegen und über die technische Machbarkeit aufklären.

Lab 4

Chris Kühn: Berlin wiederholt gerade die Fehler der Vergangenheit mit zu wenigen und segregierten Bauten am Stadtrand. Gleichzeitig gibt es viele gute Projekte, gute Vorbilder. Hemmnisse in der Bauordnung und im Baugesetzbuch müssen ausgeräumt werden.

Sabine Bösing: Wichtig ist, gute Praxis architektonisch darzustellen und Menschen am integrierten Bauen im Quartier zu beteiligen. Dabei hilft auch das Gespräch mit Wohnraumversorgern.

Lab 5

Doris Wagner: Wir brauchen sowohl für junge, selbstbewusste Alte als auch für Menschen, die Angst vor Mietsteigerungen haben, passende Lösungen. Da sich nicht alle Wohnungen altersgerecht anpassen lassen, müssen wir Umzüge erleichtern und das Angebot ausbauen.

Monika Schneider: Für altersgerechte Wohnviertel müssen wir Handel und Gewerbe vor Ort stärken. Genossenschaften sollten wir beim Barriereabbau und altersgerechten Umbau stärken.

Lab 6:

Lisa Paus: Die einhellige Analyse lautet: es gibt ein Problem mit Immobilienspekulation und diese sollte eingedämmt werden. Steuern können gegen Spekulation helfen, etwa indem die Grunderwerbssteuer-Ausnahme von großen Immobilientransaktionen (share deals) endet.

Christoph Villinger: Steuerpolitik ist entscheidend, um die Fehler der letzten Jahrzehnte, etwa bei der Privatisierung öffentlicher Wohnungen, wieder gut zu machen.

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