Großprojekte im Kostenrahmen realisierenNicht um jeden Preis

In Deutschland entstehen momentan viele Großprojekte, bei denen die Kosten völlig aus dem Ruder laufen. Die Bundesregierung geht nach eigenen Schätzungen davon aus, dass bei 40 Prozent der Projekte, deren Kostenvolumen über 10 Millionen Euro liegt, der Zeit- und Kostenrahmen gesprengt wird.

Oft handelt es sich um politisch gewollte Prestigeprojekte, mit denen architektonische Wahrzeichen geschaffen werden sollen. Die Hamburger wollten mit der Elbphilharmonie nicht nur ein neues Wahrzeichen für Hamburg, sondern darüber hinaus einen der besten Konzertsäle der Welt schaffen. Mit siebenjähriger Verspätung und Mehrkosten von 513 Millionen Euro, etwa acht Mal so viel wie ursprünglich veranschlagt, wird die Elbphilharmonie wohl im Januar 2017 eröffnen.

Noch fataler sieht es für den Berliner Flughafen BER aus. Was beim BER schon feststeht, sind Mehrkosten von momentan mindestens 2,9 Milliarden Euro. Das entspricht deutlich mehr als dem doppeltem der ursprünglich veranschlagten Kosten. Die tatsächlichen Baukosten stehen ebenso wie der Eröffnungstermin noch nicht fest.

Viele dieser Kostenexplosionen und Zeitverzögerungen bei Großprojekten wären vermeidbar, wenn die unter Fachleuten geltenden Grundsätze und Regeln bei Planung, Bau und Abnahme einfach eingehalten werden würden.

Um Großbauten im Zeit- und Kostenrahmen zu halten, braucht es eine realistische Planung und ein effektives Controlling, einen verlässlichen rechtlichen Rahmen, die konsequente Einhaltung des Wirtschaftlichkeitsprinzips, eine Stärkung der Schlüsselrolle der Bauverwaltung, sowie Transparenz und Bürgerbeteiligung von Anfang an. Dazu haben wir den Antrag „Nicht um jeden Preis – Großprojekte im Zeit- und Kostenrahmen realisieren“ in den Bundestag eingebracht.

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