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BaulandpreiseTeurer Wohnen

Allein von 2008 bis 2016 sind die Preise für Bauland in Deutschland um 35 Prozent gestiegen. Das offenbart nun die Antwort der Bundesregierung auf unsere Anfrage. In Ballungsräumen und Hotspots war der Anstieg besonders hoch.

Allein von 2008 bis 2016 sind die Preise für Bauland in Deutschland um 35 Prozent gestiegen. Damit hat sich die Teuerung baureifen Landes seit der Finanzkrise von 11 Prozent auf 35 Prozent in 8 Jahren verdreifacht. Das ergibt sich aus der Antwort der Bundesregierung auf unsere Anfrage. In Ballungsräumen und Hotspots war der Anstieg besonders hoch. Jede vierte genehmigte Neubauwohnung wurde gar nicht gebaut.

Wo es am teuersten ist

Berlin, Hamburg und Baden-Württemberg sind für Bauland die teuersten Bundesländer. In Berlin kostet der Quadratmeter Wohnbauland für Mehrfamilienhäuser mittlerweile im Schnitt 880 Euro je Quadratmeter. Bei den Städten sind München, Düsseldorf und Stuttgart besonders teuer. Bauland für ein Mehrfamilienhaus kostet in München durchschnittlich 2.550 Euro pro Quadratmeter.

Nur drei von vier Bauvorhaben werden auch realisiert

Leider bauen die Eigentümer bei vorliegender Baugenehmigung längst nicht immer. In 20 Groß- und Universitätsstädten Deutschlands wurden zwar gut eine halbe Million Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt, davon wurden jedoch 123.000 gar nicht umgesetzt. Nur drei von vier Baugenehmigungen führten demnach in den letzten zehn Jahren auch zu einer neu gebauten Wohnung.

Während die Kommunen zwar ihrem Auftrag gerecht werden und Baugenehmigungen erteilen, wird einfach zu wenig gebaut. Aus den erteilten Baugenehmigungen werden viel zu wenige Gebäude und Wohnungen, oder sie werden erst viel später fertiggestellt. Das verschärft zusätzlich die Situation am Wohnungsmarkt.

Bundesregierung bleibt untätig

Die Baulandpreise explodieren und die Bundesregierung vertagt das Problem. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag beschlossen, erstmal eine Kommission mit der Fragestellung zu beschäftigten. Das ist unredlich, wenn man den Bürgerinnen und Bürgern gleichzeitig sagt, dass sie Wohneigentum erwerben sollen.

Wer etwas gegen die Wohnungsnot in Städten und Ballungsräumen tun will, muss jetzt die Preise entschlossen dämpfen.

Wir Grünen im Bundestag wollen das Baugesetzbuch so ändern, dass damit Gemeinden Grundstücke einfacher ankaufen und Wohngebäude für soziales Wohnen sichern können. Wenn Gemeinden von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen, sollen sie statt dem reinen Marktwert einen Preis zahlen, der keine spekulativen Wertsteigerungen enthält. Die Kommunen brauchen einfache städtebauliche Instrumente, um innerstädtische Grundstücke schneller und preisgünstiger entwickeln zu können – zum Beispiel ein „Maßnahmengebiet der Innenentwicklung“.

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