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WohneigentumWer den Makler bestellt, bezahlt

Baustelle eines Wohnhauses
Heute bleibt für viele Familien die eigene Immobilie auch wegen hoher Kaufnebenkosten unerreichbar. Daher hat die grüne Bundestagsfraktion einen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht. Wir wollen das Bestellerprinzip einführen: Wer den Makler bestellt, soll ihn auch bezahlen. Das ist meist der/die VerkäuferIn. Wir werden dazu einen Gesetzentwurf einbringen.

Die Kaufpreise für Wohneigentum haben sich in den letzten Jahren seit der Finanzkrise stark erhöht. Das stellt Familien und Menschen bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein vor große Probleme. Viele Familien und Menschen mit mittleren und oberen Einkommen möchten ein Eigenheim erwerben. Es gilt als sichere Altersvorsorge und steht für Unabhängigkeit.

Das Baukindergeld von Schwarz-Rot ist aber die falsche Antwort. Ökonomen, Mieter- und Eigentümerverbände warnen sogar davor, dass diese Mittel vom Markt schlicht eingepreist werden –auch in die Höhe von Mieten – und denjenigen zufließen, die sowieso Wohneigentum bilden würden. Es wird zur größten Einzelsubvention im Bundeshaushalt und mindestens 12 Milliarden Euro in den nächsten Jahren verschlingen – Geld, das bei sinnvollen und wirksamen Programmen für bezahlbaren Wohnungsbau fehlt.

Maklergebühren sind  in Deutschland überteuert

Die Schwelle zum Eigentum lässt sich einfacher senken. Heute bleibt für viele Familien die eigene Immobilie wegen hoher Kaufnebenkosten unerreichbar. Alleine für den Makler werden nach Absprache der Maklerverbände in fast allen Bundesländern 7,14 Prozent des Kaufpreises fällig. In der Regel zahlt die Käuferin oder der Käufer. Bei einer Eigentumswohnung für eine Familie mit zwei Kindern kostet der Makler bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro noch mal 28.500 Euro. Dazu haben wir einen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht. Wir fordern darin:

  • Das Bestellerprinzip auch beim Kauf von Immobilien - wer die Maklerin beauftragt, soll sie auch bezahlen. Wie bei Mietwohnungen. In der Regel ist der Besteller auch der Verkäufer.
  • Die Maklergebühren bei zwei Prozent inklusive Mehrwertsteuer deckeln. So nähern wir uns dem  europäischen Durchschnitt an.

Bestellerprinzip beim Immobilienerwerb: Wer bestellt, bezahlt

„Für das Bestellerprinzip sprechen (…) die Erfahrungen in unseren Nachbarländern. Sowohl in Österreich als auch in den Niederlanden gilt das Bestellerprinzip. In Österreich ist die Provisionshöhe (…) gesetzlich (…) gedeckelt.“ In den Niederlanden, wo Preisabsprachen gesetzlich verboten seien, habe ein transparenter Preiswettbewerb zu Maklerprovisionen zwischen ein und  zwei Prozent geführt, so das Institut der Deutschen Wirtschaft in seinem Kurzbericht. Für Deutschland gilt jedoch: „Im Ergebnis geschieht die Preisbildung ähnlich wie bei einer Kartellbildung“,  so das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in 2006. Erschwerend kommt hinzu, dass Banken die Maklercourtage oftmals als Eigenkapital voraussetzen und nicht über einen Kredit finanzieren. Das hindert gerade Familien und Haushalte mit wenig Eigenkapital am Kauf einer Wohnimmobilie.

Seit dem 1. Juni 2015 gilt in Deutschland bei der Vermietung von Wohnraum das Bestellerprinzip. Auch die Höhe der Maklergebühr ist gesetzlich auf zwei Nettokaltmieten plus Mehrwertsteuer begrenzt. Anders als bei der Mietwohnungsvermittlung ist die Maklergebühr beim Immobilienkauf beziehungsweise -verkauf gesetzlich nicht in ihrer Höhe näher bestimmt. Verschärfend kommt, wie gesagt, das fehlende Bestellerprinzip hinzu.

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