FachgesprächWohnen und Integration im Quartier

Katrin Göring-Eckardt, Britta Haßelmann und Chris Kühn beim Fachgespräch.

Weltweit sind derzeit 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Einige kommen auf der Suche nach Sicherheit zu uns. Wir stehen in der Pflicht, diesen Menschen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch eine menschenwürdige Unterbringung zu bieten. Flüchtlinge sind wie junge Familien, Studierende und Geringverdienende auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen. Aber unsere Wohnungsmärkte in den Ballungsräumen sind überlastet. Viele Sozialwohnungen sind in den letzten Jahren privatisiert worden.

Wir haben uns am 26. Februar in einem Fachgespräch den facettenreichen Herausforderungen im Kontext Wohnen und Integration gestellt. Katrin Göring-Eckardt formulierte dabei den entscheidenden Denkanstoß: Wie können wir schnell für viele Menschen bauen und dabei den Städtebau neu und nachhaltig denken? Sie forderte Integration und Wohnungsbau zielgerichtet zu fördern. Die Großsiedlung am Stadtrand oder auf dem Tempelhofer Feld in Berlin sind für die Fraktionsvorsitzende keine Lösung.

Dass Integration in der Großen Koalition einen viel zu geringen Stellenwert hat, bedauerte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion Britta Haßelmann. Der Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik Chris Kühn bekräftigte, dass es um eine große Frage unserer Zeit gehe: Was Städte heute zusammenhält und wie Integration gelingen kann?

Willkommensarchitektur ist eine Antwort so Cord Soehlke, Baubürgermeister aus Tübingen, und Antje Markfort vom Deutschen Caritasverband. Auch die Bundesarchitektenkammer hat sich mit bezahlbarem Wohnraum für alle auseinandergesetzt und ihre Ergebnisse präsentiert. Dass schneller und nachhaltiger Wohnungsbau kein Widerspruch sind, zeigt ein Projekt aus Rheinland-Pfalz. Dort wurde in nur vier Monaten eine Unterkunft geplant und fertiggestellt, und zwar nicht als Wegwerfarchitektur sondern mit dauerhafter Folgenutzung. Auf das strukturelle Marktversagen im Bereich Wohnen bietet die neue Wohnungsgemeinnützigkeit eine Antwort. Kernidee ist hier mit öffentlichen Fördergeldern dauerhaft günstigen Wohnraum zu schaffen statt wie im Moment nur zeitlich begrenzt.

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