Werkstätten für behinderte MenschenVieles muss sich ändern!

Auf dem Gelände einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten Menschen, die an Tischen sitzen oder im Rollstuhl fahren oder Material tragen.

Im Februar 2017 gab es eine Fernseh-Sendung.
Die Sendung hieß „Team Wallraff“.

Worum ging es in der Fernseh-Sendung?
Es wurde in einer Werkstatt für behinderte Menschen gefilmt.
Die Abkürzung für Werkstatt für behinderte Menschen ist WfbM.

In der Sendung wurde gezeigt:
Wie arbeiten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Werkstatt mit den Menschen mit Behinderung?

Die Situation in der Werkstatt war nicht gut.
Die Werkstatt war kein guter Arbeits-Platz für Menschen mit Behinderung.
Sie wurden in der Werkstatt nicht gut behandelt.
Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben ihre Arbeit nicht gut gemacht.
Sie haben die Menschen mit Behinderung nicht mit Respekt behandelt.

Wir von der Partei Die Grünen im Bundestag finden:
Es gibt viele Fragen zu diesem Thema.
Wir haben diese Fragen an die Bundes-Regierung gestellt.
Wir haben gefragt:

·         Stimmt es, dass Menschen mit Behinderung in vielen Werkstätten wenig dazu-lernen können?
Warum bekommen sie keine guten Lern-Angebote?

·         Stimmt es, dass Arbeit in der Werkstatt oft langweilig ist für Menschen mit Behinderung?

·         Werkstätten bekommen Aufträge von Firmen.
Sind diese Aufträge zu groß?
Wird die Arbeit dadurch langweilig?
Weil die Menschen immer die-selbe Arbeit machen.

·         Warum wechseln nur so wenige Menschen mit Behinderung aus der Werkstatt auf den 1. Arbeits-Markt?

·         Wie können Menschen mit Behinderung in der Werkstatt vor Gewalt geschützt werden?

Die Bundes-Regierung hat auf die Fragen geantwortet.
Wir finden: Die Antwort ist eine Enttäuschung.

Die Bundes-Regierung sagt:
Die Werkstätten gehören zum inklusiven Arbeits-Markt.

Inklusion heißt aber: Menschen mit und ohne Behinderung leben zusammen.
Alle haben die gleichen Rechte.
Sie lernen zusammen.
Sie arbeiten zusammen.
Und sie verbringen die Freizeit zusammen.

Das ist in einer Werkstatt für behinderte Menschen nicht so.
Hier arbeiten nur Menschen mit Behinderung.
Sie bleiben unter sich.
Wir finden: Das ist keine Inklusion.
Schade, dass die  Bundes-Regierung das glaubt.

Dazu-Lernen in der Werkstatt

Außerdem glaubt die Bundes-Regierung:
Menschen, die in einer Werkstatt arbeiten, können nicht viel lernen.
Sie können keinen Berufs-Abschluss machen.
Darum muss man ihnen das nicht anbieten.

Wir finden: Auch Menschen, die in einer Werkstatt arbeiten, können etwas lernen.
Sie können sich weiter-entwickeln.
Darum muss es Lern-Angebote für sie geben.
Auch in der Werkstatt.
Menschen mit Behinderung müssen einen Berufs-Abschluss machen können.
Das macht es leichter, aus der Werkstatt auf den 1. Arbeits-Markt zu wechseln.

Schutz vor Gewalt

In den Werkstätten gibt es den Werkstatt-Rat.
Der Werkstatt-Rat setzt sich für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Werkstatt ein.
Die Werkstatt-Räte fordern:
Menschen in der Werkstatt müssen besser vor Gewalt geschützt sein.
Jemand muss kontrollieren:
Gibt es in der Werkstatt Gewalt?

Die Bundes-Regierung hat geantwortet:
In den Werkstätten gibt es ja Frauen-Beauftragte.
Sie kümmern sich um die Rechte von Frauen in der Werkstatt.
Die Bundes-Regierung findet: Die Frauen-Beauftragten können diese Kontrolle in den Werkstätten machen.

Wir von der Partei die Grünen im Bundestag finden:
Die Frauen-Beauftragten machen wichtige Arbeit in den Werkstätten.
Aber sie müssen dafür Unterstützung bekommen.
Die Bundes-Regierung muss sie unterstützen.

Wer kontrolliert die Werkstätten?

Wir glauben: Die Bundes-Regierung interessiert sich nicht für das, was in den Werkstätten passiert.

Manchmal gibt es Kontrollen in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung.
Die Bundes-Agentur für Arbeit macht manchmal Kontrollen.
Oder die Träger der Eingliederungs-Hilfe.
Aber was ist mit den Ergebnissen von der Prüfung?
Sie werden nicht gesammelt.
Die Bundes-Regierung sammelt sie nicht.
Niemand vergleicht die Ergebnisse.
Man guckt sie sich nicht genauer an.

Wir wissen nicht genau:
Wer bei der Bundes-Regierung hat die Antworten auf unsere Fragen geschrieben?
Sie klingen wie Werbung.
Sie hören sich an wie Werbung für Werkstätten.

Wir von der Partei die Grünen im Bundestag meinen:

Alle Menschen in einer Werkstatt haben das Recht auf Schutz.
Und alle Menschen in einer Werkstatt haben das Recht auf Unterstützung.

Aber man muss die Werkstatt auch verlassen können, wenn man es will.
Es muss auch andere Möglichkeiten geben für Menschen mit Behinderung.
Sie müssen frei entscheiden können über ihre Arbeit.
Nicht alle Menschen mit Behinderung wollen in der Werkstatt arbeiten.
Sie brauchen Unterstützung.
Dann können mehr Menschen mit Behinderung auf dem 1. Arbeits-Markt arbeiten.
Das passiert noch viel zu selten.

Die Bundes-Regierung tut noch nicht genug dafür.
Sie findet: Alles soll so bleiben wie es ist.
Wir finden: Das ist nicht gerecht.
Wir wünschen uns eine Verbesserung für Menschen mit Behinderung in der Werkstatt.

Mehr zum Thema Behindertenpolitik

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4403667