Tagungsbericht 2016Bildung für eine gerechtere Gesellschaft

Seite 2: „Diversity macht Schule: Egal woher du kommst - Wir wollen, dass du vorankommst!“

Unter diesem Titel diskutierte Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, mit Professor Rita Nikolai von der HU Berlin und Sascha Wenzel von der Freudenbergstiftung. Kernthema war die Herausforderungen von Schulen im urbanen Raum mit SchülerInnen verschiedener Hintergründe. Dabei rückt das Thema Bildungsgerechtigkeit immer mehr in den Vordergrund. Özcan Mutlu machte in seinem Eingangsplädoyer deutlich, dass Bildungsgerechtigkeit nicht erst seit dem Zuzug von 300.000 SchülerInnen mit Fluchterfahrung auf der politischen Agenda steht. Dieser Herausforderung könne Deutschland nur mit der Abschaffung des „unsäglichen Kooperationsverbotes“ begegnen. Sascha Wenzel von der Freudenbergstiftung erläuterte die Reformen der Rütli-Schule, welche er begleitet hatte und ging auf Fragen wie „Haben wir die richtigen Kinder in den richtigen Schulen?“ ein. Notwendig sei ein roter Faden für bildungsferne Eltern und ein schlüssiges pädagogisches Konzept. Damit habe man es an der Rütli-Schule sogar geschafft weiter Erfolge zu erzielen, obwohl die Zahl der Schüler aus schwierigen Haushalten steige. Er plädierte für eine gute Kooperation zwischen den Bildungseinrichtungen von der Kita bis zum Schulabschluss. Prof. Rita Nikolai ergänzte, dass Eltern aus bildungsfernen Schichten bisher weniger mitgestalten. Sascha Wenzel führte im weiteren Verlauf der Debatte aus, dass insbesondere 200 Berliner Schulen unter besonderen Druck stehen, die keine gymnasiale Oberstufe anbieten und damit als „Resteschulen“ gelten. Die Teilnehmenden sprachen sich für mehr Investitionen in Bildung, aber auch strukturelle Reformen aus. Flexiblere Bildungswege, mehr Elterngespräche, spezielle Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für LehrerInnen, aber auch mehr Engagement von Elternseite sind nötig, um die derzeitigen Herausforderungen zu meistern.

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