Tagungsbericht 2016Bildung für eine gerechtere Gesellschaft

Seite 5: "Vielfalt von Anfang an: In der Kita von- und miteinander lernen"

Hierzu hatte die familienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Franziska Brantner einen Experten aus der Wissenschaft eingeladen, Prof. Hans Günther Roßbach von der Universität Bamberg. Aus der Praxis berichtete Regine Schallenberg-Diekmann, pädagogische Leiterin eines Berliner Kita-Trägers mit inklusivem und vielfältigem Bildungskonzept. Um Kindern von Anfang an eine gerechte Chance auf Bildung zu geben, ist ein ausreichendes Angebot an qualitativ guten Kita-Plätzen erforderlich. Jedes einzelne Kind muss sich wertgeschätzt und zugehörig fühlen, ganz egal, welche Sprache die Kinder zu Hause sprechen, in welcher Familienform sie aufwachsen oder ob sie mit einer Beeinträchtigung leben. Kinder sollten erfahren, wie vielfältig die Welt ist, und dass alle Menschen ein Recht auf Zugehörigkeit und ein selbstbestimmtes Leben haben. Regine Schallenberg-Diekmann sieht darin den gesellschaftspolitischen Auftrag ihrer Einrichtung. Das ist aufwändig und verlangt „viel Fachkraft pro Kind“. Herr Roßbach verwies auf den „Matthäus-Effekt“, auch in den Kitas: diejenigen Kinder, die zu Hause viele Anregungen erfahren, profitieren häufig am meisten von guter Qualität in den Einrichtungen. Zusätzlich zum Ausbau sei es daher wichtig, die Eltern bei der Kindererziehung zu unterstützen und mehr Wert auf Familienbildung zu legen. Diese sollte räumlich möglichst nah an der Kita sein, zum Beispiel in Form von Familienzentren. Weitere Diskussionspunkte waren die Vor- und Nachteile von situationsspezifischer, also isolierter Förderung einzelner Gruppen, das Für und Wider einer Akademisierung des Kitapersonals sowie die Konsequenzen einer beitragsfreien Kita. Franziska Brantner betonte zum Schluss das Dreieck guter Kitas: Gute Kitas brauchen Qualität, Vielfalt und gute Arbeit mit Eltern. Dafür setzt sich die Grüne Bundestagsfraktion seit Jahren ein.

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