Berufliche BildungGrün garantiert: Ausbildung für alle

Hör- und sprachgeschädigter Auszubildender im Berufsbildungswerk Leipzig zusammen mit einem speziell geschulten Ausbilder an einer CNC-Maschine.

Jede und jeder Jugendliche soll direkt nach der Schule eine Ausbildung beginnen können. Das ist unsere Vision für die berufliche Bildung in Deutschland. Im Positionspapier zur Grünen Ausbildungsgarantie und dem Antrag zum Berufsbildungsbildungsbericht 2015 zeigen wir einen Weg auf, wie diese Vision handfeste Wirklichkeit werden kann. Mit einer echten Ausbildungsgarantie gibt die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen eine klare Antwort auf die drängenden Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt.

Perspektive für junge Menschen

Alle kennen die Ausgangslage: Viele Betriebe klagen schon heute über fehlende Fachkräfte. Gleichzeitig schaffen jedes Jahr über eine Viertelmillion junge Menschen den Sprung in die duale Ausbildung nicht. Anstatt ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu gehen, landen sie in einer der vielen Maßnahmen des teuren und ineffizienten Übergangsbereichs. Das ist volkswirtschaftlich unsinnig, weil dieses so genannte „System“ jedes Jahr über vier Milliarden Euro kostet, aber kaum dazu führt, dass mehr Jugendliche den Sprung in die Ausbildung schaffen. Und es ist bildungspolitischer Irrsinn, da hunderttausende junge Menschen jedes Jahr ohne berufliche Perspektive bleiben und Gefahr laufen, dauerhaft vom Ausbildungs- und Arbeitsmarkt abgehängt zu werden.

Ausbildung mit Abschluss

Wir möchten, dass Jugendliche mit dem Gefühl gebraucht zu werden in ihre berufliche Zukunft starten. Eine echte Ausbildungsgarantie ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Chancengerechtigkeit und der Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs.

An die Stelle eines unübersichtlichen Durcheinanders an Maßnahmen und Programmen tritt mit der Grünen Ausbildungsgarantie deshalb ein effizientes und zielführendes Angebot, das allen Jugendlichen vom ersten Tag sichere Wege in eine Ausbildung mit anerkanntem Berufsabschluss ebnet. Jeder und jede Jugendliche erhält bis spätestens zum 30. September verbindliche Angebote für einen Ausbildungsplatz. Wer in der regulären dualen Ausbildung eine helfende Hand braucht, erhält die notwendige Unterstützung entweder in Form ausbildungsbegleitender Hilfen oder einer Assistierten Ausbildung. Für diejenigen, die den Sprung in den Betrieb auch mit dieser Hilfe noch nicht schaffen, macht die Grüne Ausbildungsgarantie verbindliche Angebote für eine betriebsnahe Ausbildung, die vom ersten Tag an zu einem anerkannten Berufsabschluss führt. Kein junger Mensch bleibt mehr zurück, keine Leistung bleibt mehr ohne Abschluss, Anschluss und Anrechenbarkeit.

Breite Wege statt schmale „Pfade“

Im Koalitionsvertrag wurde noch vollmundig angekündigt, eine Ausbildungsgarantie umzusetzen. In der im Dezember 2014 geschlossenen Allianz für Aus- und Weiterbildung heißt es dazu nur noch, dass allen Jugendlichen ein „Pfad“ in die Ausbildung aufgezeigt werden solle. Was als Garantie versprochen wurde, ist heute nicht mehr als ein Papiertiger. Gerade lernschwächeren Jugendlichen, jungen Menschen mit Einwanderungsgeschichte oder denjenigen, die weniger gute Startchancen auf ihrem Weg ins Berufsleben haben, helfen schmale „Pfade“ aber kaum weiter. Sie brauchen breite Wege und stabile Brücken, die wir nur mit einer echten Ausbildungsgarantie bauen können.

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1 Kommentar
Grün garantiert?
Gast***** 26.05.2015

Wie wollen die Grünen irgendetwas garantieren ohne die Beteiligten (Betriebe, Lehrlinge, Schüler, Lehrer, Ausbilder)? Diese "Garantie" kommt aus dem Nichts vom Grünen Propagandaschreibtisch. Wie üblich ist keine konkrete Maßnahme genannt. Wenn Ihr wirklich etwas für die Berufsausbildung tun wollt, dann habe ich einige Vorschläge:
- Weg vom OECD Akademisierungswahn (sinnfreie Akademikerquoten)
- Den Schülern Naturwissenschaft und Denken beibringen statt Konformität und Ideologie
- Schluss mit Multikulti, Inklusion usw. (drückt das Bildungsniveau)
- Schluss mit Globalisierungswahn (Völker werden gegeneinander ausgespielt)
- Geld für Schulen statt für EU, Kriege, "Flüchtlinge"
usw.

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