Kooperationsverbot in der BildungUnsinniges Verbot abschaffen

Flaggen von einzelnen Bundesländern wehen vor grüner Ampel
Länderflaggen im Wind deuten an, was vielleicht bald geht - Bund und Länder arbeiten in der Bildungspolitik zusammen. Die Ampeln stehen jedenfalls schon mal auf grün. Das lässt hoffen, dass das Kooperationsverbot in der Bildungspolitik bald Geschichte ist.

Gute Bildung für alle wird nur möglich, wenn auch der Bund mitwirken kann. Die Aufhebung des Kooperationsverbots in der Bildung, vor allem im Bereich der Schule ist unerlässlich. Zahllose Studien beweisen, dass fehlende Bildungsgerechtigkeit das große Problem der deutschen Schulen ist. Noch immer ist es nicht entscheidend, was ein Kind leisten kann und will, sondern es wiegt noch immer viel zu schwer, wo es sozial und auch herkunftsmäßig herkommt. Dabei können in guten Schulen, vor allem im Ganztagsbetrieb und mit längerem gemeinsamem Lernen, nachgewiesenermaßen Chancen gegeben und Ungerechtigkeit verringert werden.

Nur gemeinsam geht es vorwärts

In Anbetracht der immer drängender werdenden Herausforderungen, vor denen die Schulen längst stehen, wie z.B. Inklusion, Ganztagausbau, digitale Bildung und Sprachförderung für alle Kinder, wird es immer unsinniger, den Bund auszuschließen. Denn Ziele sind doch gemeinsame. Und auch die Zeit der ideologischen Grabenkämpfe ist vorbei, die Erkenntnisse z.B. über den hohen Nutzen früher Bildung haben sich durchgesetzt: Bei der Vorstellung des OECD-Bildungsberichts im Dezember 2015 freuten sich zwei Unionsministerinnen öffentlich darüber, dass fast alle Kinder schon früh Kitas und Kindergärten besuchen. Kein Reden mehr von „Entfremdung von den Eltern“ oder sonstigem Humbug. Nur beim Kooperationsverbot sind einige noch entgegen besserem Wissen unterwegs.

Kooperationsverbot verhindert zukunftsfähige Bildungspolitik

Das letzte Mal, als der Bund vor der Einführung des Kooperationsverbots Geld für die Schulen in die Hand genommen hat, ging es um den bundesweiten Ausbau der Ganztagsschulen. Mehr als vier Milliarden Euro flossen unter der rot-grünen Regierung aus Berlin in die Länder. Diese rot-grüne Erfolgsstory war nachhaltig und hat im ganzen Land 10.000 neue Ganztagsschulen geschaffen. Es kam den Schulen und damit den Lehrerinnen und Lehrern, vor allem aber den Schülerinnen und Schülern, aber eben auch den Eltern zugute. Die Bildungsergebnisse konnte deutschlandweit verbessert werden, die soziale Abhängigkeit konnte verringert werden. Sprich: wir alle profitieren jetzt und vor allem auch in Zukunft davon, wie die letzte PISA-Studie gezeigt hat.

Deshalb fordern wir in unseren Anträgen „Kooperationsverbot kippen-Zusammenarbeit von Bund und Ländern für bessere Bildung und Wissenschaft ermöglichen“ und „Mehr Bildungsgerechtigkeit für die Einwanderungsgesellschaft - Damit Herkunft nicht über Zukunft bestimmt“ die Abschaffung des Kooperationsverbots.

Fazit

Nicht nur die Linksfraktion fordert wie auch die grüne Bundestagsfraktion die Abschaffung des Kooperationsverbotes, auch die SPD fordert sie in allen Papieren. Denn angesichts der vielen zuwandernden Kinder und Jugendlichen wird das Kooperieren noch nötiger als es eh schon war. So schön es sein mag, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nun Koordinierungsstellen für die „Flüchtlingsbildung“ finanzieren kann. Das reicht nicht. Kommunen, Länder und Bund, können die aktuellen, komplexen Herausforderungen der Bildungspolitik in unserem Land nur gemeinsam meistern. Auch in der Union wächst von unten nach oben, aus den konkreten Erfahrungen vor Ort die Erkenntnis, dass das Verbot eine unsinnige Erschwernis bei der Integration ist.

Seite 2 von 2

Mehr zum Thema Bildung

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4397795