Berufsbildungsbericht 2017Wankas Warteschleifen

Jugendlicher arbeitet mit Holz an Werkbank
Wie muss eine zukunftstaugliche berufliche Bildung aussehen? Die Fakten liegen lange auf dem Tisch. Doch der aktuelle Berufsbildungsbericht stellt der Bundesministerin Johanna Wanka ein denkbar schlechtes Zeugnis aus.

Wenn Jugendliche ihre Schulzeit hinter sich gebracht haben, fehlt ganz häufig eine berufliche Perspektive. Stattdessen gibt es Angebote und Maßnahmen ohne klare Zukunftsperspektive. Viele Betriebe suchen vergeblich nach Auszubildenden, viele Lehrstellen bleiben unbesetzt. Und während sich immer mehr Betriebe aus der Ausbildung zurückziehen, beklagt „die Wirtschaft“ den Fachkräftemangel. All diese Herausforderungen sind Ministerin Wanka bekannt. Entsprechende Fakten werden seit Jahren in allen Studien und Berichten deutlich benannt.

Aufgaben für Bund und Länder

Und auch die Aufgaben für Bund und Länder stehen seit Dienstbeginn dieser Ministerin fest:

  • Jugendliche und Betriebe müssen zusammengebracht werden.
  • Die beruflichen Schulen für die Digitalisierung ausgerüstet und weitergebildet werden.

Spätestens seit 2015 ist auch klar, dass die berufliche Bildung einen riesigen Anteil zur Integration von Geflüchteten beitragen kann und muss.

Berufsbildungsbericht 2017: trübe Aussichten

Die Bundesregierung übt sich zwar seit Jahren in warmen Worten, wenn es um den Wert der Ausbildung geht. In politisches Handeln hat sich dieses Bekenntnis aber nur selten umgesetzt. Entsprechend mau ist ihre Bilanz: Es gibt noch immer keine Ausbildungsgarantie, obwohl im vergangenen Jahr erneut fast 300.000 junge Menschen in den Wartschleifen des Übergangssystems gelandet sind. Die Quote der Betriebe, die überhaupt noch ausbilden, ist weiter im Sinkflug und auf die Herausforderungen der Digitalisierung antworten Wanka und Co. mit vermeintlichen Digitalpakten, die so digital sind, dass sie in keinem analogen Haushaltsentwurf zu finden sind. Einer Initiative für mehr Ausbildungsqualität hat die große Koalition ebenfalls eine Absage erteilt, indem sie die dringend notwendige Reform des Berufsbildungsgesetzes blockiert hat. Kein gutes Zeugnis für eine Bildungsministerin!

Grüner Antrag

Wir legen in unserem Antrag, „Wege in die Zukunft – Berufsausbildung jetzt modernisieren“ dar, wie wir eine Ausbildungsgarantie umsetzen, damit in Zukunft alle jungen Menschen zu ihrem Recht auf eine gute Ausbildung kommen. Mit einem Milliardenprogramm wollen wir die beruflichen Schulen modernisieren, damit diese zu echten Integrationszentren werden können und gleichzeitig die Digitalisierung endlich auch im Klassenzimmer ankommt. Statt einem abwartenden „weiter so“ braucht die berufliche Bildung sinnvolle Investitionen und Mut zur Veränderung. Beides bleibt in dieser Koalition leider Mangelware.

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