Biologische Vielfalt20 Jahre Biodiversitätskonvention

Am 29.12.1993 wurde das UN-Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) geschlossen. Es ist das bedeutendste internationale Regelwerk zum Schutz von Biodiversität mit 193 Vertragsparteien. Darin ist die nachhaltige Nutzung und der Ausgleich bei Nutzung von genetischen Ressourcen geregelt. Auf der einen Seite ist das Jubiläum ein Grund zum Feiern, denn das Übereinkommen bestätigt die Bewahrung der Biodiversität als gemeinsames Anliegen der gesamten Menschheit. Dennoch kann einem nicht zum Feiern zu Mute sein, denn der Artenschwund schreitet ungebremst voran, täglich sterben bis zu 130 Arten aus, Ökosysteme sind nachhaltig geschädigt und es ist keine Besserung in Sicht.

Die Zielmarken und Regelungen scheitern zu oft am politischen Willen und der mangelnden Umsetzung in den Ländern. Den Hauptursachen für das beispiellose Artensterben wurden bisher keine wirkungsvollen Riegel vorgeschoben. Die Übernutzung der natürlichen Ressourcen nimmt weiter zu: Meere werden leer gefischt, Wälder in Rekordzeit gerodet und Pestizide in fragile Ökosysteme geschwemmt. Außerdem nimmt die Zersiedelung und Zerschneidung der Landschaft zu und schmälert dadurch den Lebensraum vieler Arten. Der Klimawandel tut sein Übriges und bedroht viele Ökosysteme zusätzlich.

Daher war es wichtig, dass nach dem Scheitern des Ziels, den Artenverlust bis 2010 zu stoppen, die Vertragsstaatenkonferenz (COP) in 2010 in Japan einen ambitionierten Aktionsplan vorgelegt hat. Der „Strategische Plan“ mit 20 konkreten Einzelzielen steckt nun den Rahmen für politisches Handeln und hat für alle verdeutlicht an welchen Stellen das Ruder herum gerissen werden muss.

Schwarz-Rot ist ebenfalls kein Grund zum Feiern

Konkrete Ansätze dafür sucht man aber im Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot vergebens. Dort wurde nur ein Minimalprogramm für den Natur – und Artenschutz beschlossen, das die tatsächlichen Ursachen für das Artensterben nicht annähernd in Angriff nimmt. Durch das Ausbremsen der Energiewende und fehlenden Klimaschutz, die Unterstützung von Agrarfabriken statt ökologischer Landwirtschaft und keine nennenswerten Verbesserungen in der Umwelt – und Siedlungspolitik sieht es schwarz aus für die Artenvielfalt. Die roten Listen für bedrohte Arten werden länger werden. Wirklich kein Grund zum Feiern.

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