Tag des ArtenschutzesArtensterben ungebremst

Trecker versprüht Pestizide auf Acker

Der 3. März ist „Internationaler Tag des Artenschutzes“ und mahnt dazu, die gegenwärtige Lage unserer Tiere und Pflanzen genauer in den Blick zu nehmen. Was wir da sehen ist verheerend: Täglich verschwinden etwa 130 Arten von unsere Erde, jede Stunde sind das mehr als fünf Arten. Ein schleichender Prozess, der so kaum wahrnehmbar ist, aber in der Summe zu erschreckenden leeren Landschaften führt.

In Deutschland singen zum Beispiel nur noch halb so viele Vögel in den Äckern als noch vor 30 Jahren. Die industrielle Agrarwirtschaft hat die Lebensräume von Tieren und Pflanzen umgegraben, tot gespritzt und verdrängt. Charakteristische Ackerpflanzen sind in den letzen 50 Jahren bis zu 99 Prozent zurückgegangen. Die rote Liste der bedrohten Arten ist lang und wird immer länger. Einzelne Erfolge des Naturschutzes, wie zum Beispiel die Rückkehr des Wolfes können nicht darüber hinwegtäuschen, dass für das Artenstreben keinerlei Kehrtwende in Sicht ist.

Allen klassischen Naturschutzanstrengungen zum Trotz, wird das Artenstreben ungebremst bleiben, solange keine radikale Agrarwende eingeläutet wird. Das heutige Wirtschaftsmodell Agrarindustrie ist der Hauptverursacher für das Artensterben und muss in seine Schranken verwiesen werden. Pestizidmengen müssen drastisch reduziert werden. Vor allem muss schnell die Vergüllung der Landschaft gestoppt werden. Die Bundesregierung kann mit der anstehenden Novelle der Düngeverordnung einen ersten Beweis liefern, dass sie gewillt ist dem Artensterben ein Ende zu bereiten. Sie muss und sie kann jetzt handeln und die erste Weiche für eine Trendwende stellen.

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