BiodiversitätArtensterben weiter auf dem Vormarsch

Papagaien im Yasuni Nationalpark

Das Bundeskabinett hat am 4. Februar 2015 eine ernüchternde Bilanz zur Lage der Artenvielfalt in Deutschland verabschiedet. Die in der nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) formulierten Maßnahmen zielen darauf, den Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Doch der nun vorgelegte Inikatorenbericht zeigt, dass keines der Ziele der NBS erreicht ist. Im Gegenteil: Fast alle Indikatoren stehen auf schlecht bis sehr schlecht. In Sachen Artenvielfalt und Landschaftsqualität gibt es sogar einen negativen Trend. Da hilft es auch nicht, dass es mehr streng geschützte Gebiete gibt als je zuvor.

Industrielle Landwirtschaft als Hauptverursacher

Der Indikatorenbericht legt die Kosten der industriellen Landwirtschaft offen. Doch auf wessen Konto geht in der Hauptsache der Verlust von Arten? Den größten Anteil daran trägt die Landwirtschaft. Die Vergüllung der Böden und der enorme Stickstoffüberschuss bringen die Ökosysteme an ihre Belastungsgrenzen und fordern Opfer in der Artenvielfalt. Das führt dazu, dass 90 Prozent der Flüsse, Bäche und Seen in einem sehr schlechten ökologischen Zustand sind. Eine Kehrtwende ist nicht in Sicht.

Agrarwende jetzt!

Will die Bundesregierung den Artenreichtum nicht weiter gefährden und die Nationale Biodiversitätsstrategie annähernd umsetzen, muss eine Agrarwende eingeläutet werden. Allen voran benötigt es die Reduzierung von Stickstoffen und Pestiziden in der Landwirtschaft. Doch die Bundesregierung hat dazu bislang keinerlei Anstalten gemacht. Erst auf Druck eines Vertragsverletzungsverfahrens der EU, wird nun an einer neuen Düngeverordnung gearbeitet. Eine deutlich reduzierter Ausbringung konventioneller Düngemittel und eine entsprechend ambitionierte Verordnung der Bundesregierung sind notwendig und lange überfällig.

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