Invasive ArtenBekämpfung in Brüssel beschlossen

Riesenbärenklau, Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum), blühend im Sonnenschein, Deutschland

Heute hat das Europäische Parlament eine Verordnung zur besseren Kontrolle, Eindämmung und Bekämpfung invasiver Arten beschlossen und ist damit einer Verpflichtung nachgekommen, die im Rahmen der Biodiversitätskonvention (CBD) bereits 1992 beschlossen wurde. Auch die von Europäischem Parlament und Bundestag bestätigte Biodiversitätsstrategie der Europäischen Union bis 2020 sieht die Bekämpfung invasiver gebietsfremder Arten als eines ihrer fünf prioritären Ziele vor.

Gebietsfremde invasive Arten sind eine große Bedrohungen für die biologische Vielfalt Europas und Deutschlands. Sie dringen in Lebensräume von einheimischer Flora und Fauna ein, konkurrieren um Nahrung und Lebensraum und verdrängen so die heimischen Organismen. Neben den verheerenden ökologischen Auswirkungen, richten sie großen ökonomischen Schaden an – jährlich geschätzte zwölf Milliarden Euro EU-weit. Teilweise sind die invasiven Arten auch gesundheitsgefährdend für den Menschen, wie zum Beispiel das nordamerikanische Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) und der aus dem Kaukasus stammende Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum). Beide haben sich in den letzen Jahren stark ausgebreitet, ihre Pollen können Allergien auslösen, beziehungsweise Hautätzungen bei Kontakt hervorrufen.

Die Verordnung war überfällig und ist in vielen Punkten ein wichtiger Schritt für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Kritisch zu sehen sind die im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens als Kompromisse verhandelten Abschwächungen. Besonders schmerzlich sind die beschlossenen weitreichenden Ausnahmen für die kommerzielle Nutzung von invasiven gebietsfremden Arten, die auf Druck von vehement getragenen Lobbyinteressen der Pelz – und Pflanzenzuchtindustrie in die Verordnung gekommen sind. Das ist insofern absurd, als ein großer Teil der invasiven Arten, die bereits ihr Unwesen in Europa treiben, eben genau auf Grund dieser Wirtschaftsinteressen ins Land geholt worden waren. So stellen zum Beispiel aus Pelzfarmen entkommene Tiere wie amerikanischer Nerz (Mink) und Marderhund eine große Gefahr für die heimische Tierwelt dar. Sowohl die Grünen im Bundestag als auch der Bundesrat hatten die Bundesregierung aufgefordert, sich gegen die Ausnahmeregelung einzusetzen – doch leider ohne Erfolg in Brüssel.

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