Internationaler Tag der MeereBlaues Wachstum - eine Gefahr für die Meere

Menschen sammeln Müll aus der Manila Bay am Tag des Meeres 2013.

Immer häufiger schwirrt ein neuer Wachstumsbegriff durch die Fachmedien und den Politikbetrieb - das sogenannte Blaue Wirtschaftswachstum, auch bekannt als Blue Growth. Auch die Europa setzt auf Blau. Mit ihrer Blue Growth Strategie will die EU Innovation und kluges Wachstum für den maritimen Sektor schaffen. In Bremen wurde kürzlich der „Europäische Tag der Meere“ von EU-Kommission, Bundesverkehrsministerium und dem bremischen Wirtschaftssenator unter dem Motto Blaues Wachstum gefeiert.

Plünderung der Meere unter sanftem Titel

Hinter dem Konzept „Blue Growth“ verbirgt sich nichts anderes als ein Aufruf zur Plünderung der Meere. Die Rede ist von Strategien zur Schaffung von Wachstum in allen maritimen Wirtschaftsbereichen, von Fischerei, Biotechnologie, bis hin zum Ressourcenabbau in der Tiefsee. Die Rede ist auch von „Nachhaltigkeit“. Sie dient aber lediglich als Ziergirlande um ein dickes Wachstumspaket, das sich ohne Rücksicht auf Verluste entfalten wird. Für die Meeresressourcen sind diese Nachrichten mehr als alarmierend.

Es ist vermessen zu glauben, dass uns das Meer ein neues blaues (Wirtschafts-) Wunder bringen wird. Denn bereits jetzt ist das Meer in weiten Teilen fast leer gefischt, treiben kilometerlange Plastikteppiche in seinen Gewässern und wird der Boden nach Ressourcen angebohrt und abgebaggert - mit teils verheerenden Folgen wie beispielsweise 2010 bei der Deepwater Horizon Katastrophe im Golf von Mexiko. Der Versuch, die Konzernprofite von BP zu erhöhen, ging damals zulasten von elf bei der Explosion getöteten Menschen. Rund 800 Millionen Liter Öl verschmutzten die Meeresumwelt mit den entsprechenden Folgen für Tiere und Pflanzen.

Zukunft für die Weltmeere

Das Meer braucht kein blaues Wachstum, sondern eine gerechte und ökologisch ausgerichtete Zukunft. Dazu gehört ein Ende der Überfischung genauso wie ausreichende Rückzugsräume in Form von Meeresschutzgebieten ohne jegliche Eingriffe, ein Stopp des Plastikeintrags und der Vermüllung der Meere sowie eine intakte und unangetastete Tiefsee. Das ist das Mindeste, was man am Internationalen Tag des Meeres fordern muss.

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