Diese Webseite verwendet Cookies zur Auswertung und Optimierung unseres Web-Angebots. Nutzungsdaten dieser Webseite werden nur in anonymisierter Form gesammelt und gespeichert. Einzelheiten über die eingesetzten Cookies und die Möglichkeit, die Nutzungsdatenanalyse zu unterbinden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

ArtenschutzCDU/CSU macht Jagd auf Wölfe

Ein europäischer Grauwolf mit Welpen
Nach dem Willen der CDU/CSU-Fraktion müssen sich Wölfe in Zukunft vermehrt vor Jägern in Acht nehmen.

Die CDU/CSU Fraktion hat heute ein Positionspapier zum Wolf vorgestellt. Darin verabschiedet sie sich in dieser Frage endgültig von einer sachorientierten Politik. Stattdessen schürt sie Ängste und bedient Stammtische.

Sie will lieber das Schießeisen schwingen, als den Weidetierhaltern konkret unter die Arme zu greifen. Bereits im Juni hatte die Große Koalition unseren Antrag auf eine Weidetierprämie, die den Schaf- und ZiegenhalterInnen wirklich helfen würde, abgelehnt.

WeidetierhalterInnen sind der Union egal

In epischer Breite wird im Papier der Unionsfraktion dargestellt und argumentiert, wie der Wolf leichter zum Abschuss freigegeben werden soll und wo er - per Beschluss -  gar nichts mehr zu suchen haben soll. Das ist frei von jeder Sachkenntnis.

Alle Untersuchungen zeigen, dass der Abschuss von einzelnen Wölfen oder Rudel keinerlei Einfluss auf die Nutztierrisse hat. Denn der nächste Wolf übernimmt gerne das frei gewordene Revier und wird sich kurz über lang wieder am gedeckten Tisch von ungeschützten Tieren bedienen. Der Schaden – finanziell und emotional -  für den oder die WeidetierhalterIn wäre immens.

Viele SchäferInnen haben lieber „ihr“ Wolfsrudel in der Nähe, das sie mit geeigneten Abwehrmaßnahmen erziehen können. Ein Wolf, der einmal einen Stromschlag abgekommen hat, vergisst das nicht.

Mensch first

Es steht außer Frage, dass die Sicherheit des Menschen an erster Stelle stehen muss. Die Sicherheit wird aber nicht durch wolfsfreie Zonen oder generellen Abschuss bei Annäherung an Siedlungen geschaffen werden. Und schon gar nicht durch die Aufnahme des Wolfes in das Jagdgesetz.

Das würde alles nur noch komplizierter machen. Nach geltender Rechtslage kann bereits jetzt bei Gefährdungen rasch gehandelt werden. Einzelne Wölfe, die wiederholt Schutzvorkehrungen überwinden und Nutztiere reißen oder Menschen gefährlich werden, können und sollen abgeschossen werden.

Entsprechende Leitlinien sind erarbeitet und veröffentlicht. Zur Wolfserzählung gehört aber auch, dass die reale Gefahr, durch einen Wolf zu Schaden zu kommen, verschwindend gering ist. Die Gefahr, von einem verwilderten Hund, Wildschwein oder sogar Querschläger aus dem Jagdgewehr verletzt zu werden, ist um ein Vielfaches höher.

WeidetierhalterInnen unterstützen

Das nachweislich am besten geeignete Instrument, die Bedrohung für Nutztiere durch den Wolf zu minimieren, ist der Herdenschutz mit entsprechenden Zäunen oder auch Herdenschutzhunden. In Schleswig-Holstein gab es zum Beispiel keinen einzigen Übergriff auf geschützte Tierherden.

Aber der Herdenschutz ist der Union gerade mal einen Halbsatz am Ende des Papiers wert. Das ist beschämend, vor allem, weil es beim finanziellen Ausgleich für Prävention und Entschädigung durchaus Nachbesserungsbedarf gäbe, für den es sich einzusetzen lohnt.

Die Arbeitskosten und Aufwandsentschädigungen für den Herdenschutz müssen die WeidetierhalterInnen immer noch selber tragen, auch wenn das Material mittlerweile zu 100 Prozent von staatlicher Seite bezahlt werden kann. Dass die Schäfer bereits seit langem über ihre schwierige finanzielle Situation klagen und die Bedrohung durch den Wolf nur ein weiterer Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist der Union keine Erwähnung wert.

Dabei wären in einer vernünftigen Förderung die größten Hebel für den Erhalt der Weidetiere und einen guten Natur – und Artenschutz. Mit ihrem Wolfspapier hat die Union komplett das Thema verfehlt und trägt weder etwas zum Schutz der Weidetiere noch zum Naturschutz bei.

Mehr zum Thema Biologische Vielfalt Naturschutz