ForstwirtschaftDer Wald lebt noch

Foto eines Waldes

Der Waldzustandsbericht des Agrarministeriums bescheinigt dem deutschen Wald dieses Jahr eine (in Teilen) bessere Gesundheit. Buchen, Fichten und Eichen können sich an einer etwas besseren Baumgesundheit als in den Jahren zuvor erfreuen. Aber die Berichte belegen seit 25 Jahren auch ein hohes Maß an Waldschäden.

Gefahren für den Wald

Besondere Gefahrenquellen sind der Klimawandel und der dauerhaft zu hohe Stickstoffeintrag. Die biologische Vielfalt im Wald ist seit langem gefährdet und auf Grund der Übernutzung haben sich unsere Wälder mittlerweile zu einer Quelle von Kohlendioxid entwickelt, anstatt wie früher als große Senke zu fungieren und das Kohlendioxid aus der Luft zu binden.

Wir sind weit entfernt von naturnahen Wälder mit naturnaher Baumartenzusammensetzung, wir haben in vielen Ländern keine ökologischen Mindeststandards für eine naturnahe Waldwirtschaft und wir warten vergebens auf Fortschritte beim Erreichen des Ziels der nationalen Biodiversitätsstrategie. Darin steht, dass bis 2020 mindestens fünf Prozent der Wälder als „Urwälder von morgen“ aus der Nutzung genommen werden.

Mehr als ein Drittel Deutschlands ist heute noch bewaldet.

Wälder sind Ökosysteme mit vielfältigen Funktionen. Sie wirken sich positiv auf Wasser, Luft und Boden aus, tragen durch die Kohlendioxid –Speicherung zum Klimaschutz bei, sind Lebensraum für Pflanzen und Tiere, aber auch Erholungsort für den Mensch. Auch die Forstwirtschaft ist als Wirtschaftsfaktor nicht zu vernachlässigen.

Gerade naturnahe Laubwälder sind das flächenmäßig bedeutendste Naturerbe, das Deutschland zu bewahren hat. Die „Alten Buchenwälder Deutschlands“ wurden zum UNESCO-Welterbe erklärt. Die heutigen Wälder werden fast auf der gesamten Fläche teilweise intensiv bewirtschaftet, nur 1,9 Prozent der Wälder unterliegen keiner forstlichen Nutzung. Bis zum 5 Prozent Ziel benötigt es also noch massive Anstrengungen.

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