Vogelsterben in DeutschlandDroht ein stummer Frühling?

Ein Stieglitz sitzt auf einem Ast in einem Baum
Die Situation der Vögel ist dramatisch. Durch die industrielle Landwirtschaft mit ihren Pestiziden schreitet seit Jahrzehnten das Vogel- und Artensterben voran.

Alle Vögel sind schon da. Alle Vögel alle? Leider nein, denn die Situation der Vögel in Deutschland ist dramatisch. Viele Vogelarten können wir kaum noch beobachten und ihren Gesang hören. Es droht ein stummer Frühling.

Seit 1990 sind besonders die Vögel der Agrarlandschaft bedroht. Der Bestand des Kiebitz ist um 80 Prozent, des Braunkehlchens um 63 Prozent, der Uferschnepfe um 61 Prozent und des Rebhuhns um 84 Prozent zurückgegangen, das zeigen die Antworten der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage. Insgesamt kommt so ein Verlust von rund 300 Millionen Brutpaaren seit 1980 und 2010 zu Stande.

Pestizide zerstören Vogelnahrung

Ausgeräumte Landschaften, der Einsatz von Pestiziden und der Rückgang von Nahrung schwächen die Populationen. Durch den massiven Einsatz von Pestiziden sterben immer mehr Insekten, laut Bundesregierung gibt es massive Rückgänge der Insektenbiomasse von bis zu 90 Prozent. Das wiederum führt zu einem geringen Nahrungsangebot für Vögel. Für 25 von 39 europäischen Vogelarten sind die Trends negativ.

Um die Vögel der Agrarlandschaften zu schützen braucht es eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur, die Schluss macht mit dem massiven Gifteinsatz auf den Feldern und die monotone Agrarlandschaft abschafft. Die Bundesregierung ist aufgefordert Gelder zu Gunsten des Naturschutzes umzuschichten, das wäre bereits jetzt schon möglich. In der nächsten Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2020 sollte es nur noch öffentliches Geld für öffentliche Leistungen geben. Um den Artenschutz zu stärken, ist dann zudem auch ein eigener Fonds für Naturschutz notwendig.

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1 Kommentar
Vogelsterben
rotmilan 26.06.2017

An der Küste von Nordafrika sind hunderte von Kilometern Netze
ausgestellt die hunderte Tonnen von Vögel fangen die dann im
Topf der Leute landen. Das Problem liegt in Afrika und nicht bei den
deutschen Landwirten.

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