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BiodiversitätFlüsse und Seen in Not

Weisse Elster, Deutschland, Vogtland, Plauen,
Der Zustand unserer Seen, Flüsse und Küstengewässer ist schlecht und es gibt kaum Aussicht auf Besserung. Damit ist nicht nur die Artenvielfalt bedroht, auch Funktionen für den Hochwasserschutz können nicht mehr geleistet werden. Die Bundesregierung und die Länder haben Jahre lang die notwendigen Maßnahmen verschleppt.

Flüsse sind Lebensadern unserer Landschaft und Heimat für viele Pflanzen und Tiere. Auch Seen sind ein Hotspot der biologischen Vielfalt. Doch diese und die Ökosysteme Fluss und See sind akut bedroht. Seit Jahren versagt die Bundesregierung beim Schutz der Gewässer, Fluss- und Seelandschaften, obwohl sie dazu verpflichtet ist.

DIE FLÜSSE UND SEEN IN DEUTSCHLAND SIND IN EINEM SEHR SCHLECHTEN ZUSTAND

Begradigte, verengte und vertiefte Flüsse und Seen voller Ackergifte und Dünger aus der Landwirtschaft können vielen Tieren und Wasserpflanzen keinen Lebensraum mehr bieten. Nicht einmal sieben Prozent der Flüsse sind in einem einigermaßen natürlichen Zustand. In 93 Prozent der Flüsse sind keine typischen Flussgemeinschaften von Tieren und Pflanzen mehr zu finden. Ein Fünftel der Flüsse ist sogar in einem schlechten Zustand. Auch drei Viertel der Seen sind in einem mäßig bis schlechten ökologischen Zustand. Die Seen leiden unter der Vergüllung durch die Landwirtschaft. Der hohe Nährstoffgehalt lässt Algen übermäßig wachsen und die Seen somit veröden und verlanden. Bei den Küstengewässern ist kein einziges in einem guten Zustand. Das machen die Antworten der Bundesregierung auf unsere Kleinen Anfragen zu Flüssen und Seen deutlich.

Das ist schockierend und zeigt, wie dringend jetzt gehandelt werden muss.

DIE AUEN ENTLANG DER FLÜSSE SIND AUSGETROCKNET ODER ZERSTÖRT

Auch der artenreiche Lebensraum entlang der Flüsse und Seen wurde weitgehend zerstört, 80 Prozent der Auen sind von Verlust bedroht und nur noch 10 Prozent von ihnen können noch ihre wichtigen Aufgaben für den Hochwasserschutz und die Wasserqualität übernehmen. Dabei sind sie unsere besten Puffer gegen Hochwasserereignisse. Auen wiederherzustellen ist zwar kein leichtes Spiel, aber von großem Nutzen für die Artenvielfalt, den Hochwasserschutz und so auch für den Menschen.

Wir müssen aufhören unsere Umwelt zu vergiften, stattdessen müssen wir das Vorsorgeprinzip wieder stärken. Noch immer spüren wir die Auswirkungen von Giften, die bereits seit den 70er Jahren verboten sind. Rückstände von Chlorpestiziden wie zum Beispiel DDT werden noch heute in unseren Fischen, wie zum Beispiel dem Aal nachgewiesen. Es gibt sogar Empfehlungen, gefangene Aale aus bestimmten Gewässern nicht zu verzehren, weil die Giftrückstände nachweislich zu hoch sind.

BUNDESREGIERUNG MUSS FLÜSSE UND SEEN SCHÜTZEN

Für einen ambitionierten Artenschutz in und an Flüssen und Seen brauchen wir dringend eine Agrarwende: weg von einer Vergüllung der Landwirtschaft, weg vom Gift auf dem Acker. Wir müssen raus aus einer Landwirtschaft, die die Natur ausnutzt und gegen den Artenreichtum arbeitet. Es bedarf außerdem einer besseren Umsetzung und Finanzierung des Naturschutzes. Die Bundesregierung muss die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt endlich konsequent umsetzen.

BUNDESREGIERUNG MUSS DIE WASSERRAHMENRICHTLINIE KONSEQUENT UMSETZEN

Von der neuen Bundesregierung braucht es mehr Raum für Flüsse statt leerer Versprechen. Denn es ist völlig offen, wie die Bundesregierung die europäische Wasserrahmenrichtlinie umsetzt und ob sie bis 2021 einen guten ökologischen Zustand an allen Flüssen erreichen kann. Die Antworten auf die Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion macht den Handlungsbedarf mehr als deutlich. Die Bundesregierung muss die Wasserrahmenrichtlinie endlich konsequent umsetzen und entschlossen handeln, ansonsten nimmt sie sehenden Auges die weitere Zerstörung der Natur und ein weiteres EU-Vertragsverletzungsverfahren mit Millionenzahlungen in Kauf.

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