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BiodiversitätFlüsse in Not

Weisse Elster, Deutschland, Vogtland, Plauen,
Weisse Elster, Deutschland, Vogtland, Plauen. Bei dieser Idylle mag man es kaum glauben, aber unser Flüsse sind in Not. Das macht die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion deutlich. Schon 93 Prozent der Flüsse in Deutschland sind in einem sehr schlechten Zustand. Auch der artenreiche Lebensraum entlang der Flüsse wurde weitgehend zerstört. Es muss jetzt dringend gehandelt werden. Die Bundesregierung muss die Wasserrichtlinien endlich konsequent umsetzen, ansonsten werden mit einem weiteren EU-Vertragsverletzungsverfahren Zahlungen in Millionenhöhe fällig.

Flüsse sind Lebensadern unserer Landschaft und Heimat für viele Pflanzen und Tiere. Doch die biologische Vielfalt und das Ökosystem Fluss sind akut bedroht. Seit Jahren versagt die Bundesregierung beim Schutz der Gewässer und Flusslandschaften, obwohl sie dazu verpflichtet ist.

Die Flüsse in Deutschland sind in einem sehr schlechten Zustand

Nicht einmal sieben Prozent der Flüsse sind in einem einigermaßen natürlichen Zustand und bieten Fischen oder Wasserpflanzen einen natürlichen Lebensraum. In 93 Prozent der Flüsse sind keine typischen Flussgemeinschaften von Tieren und Pflanzen mehr zu finden. Ein Fünftel der Flüsse ist sogar in einem schlechten Zustand. Bei den Küstengewässern ist kein einziges in einem guten Zustand. Das macht die Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage deutlich.

Das ist schockierend und zeigt, wie dringend jetzt gehandelt werden muss.

Die Auen entlang der Flüsse sind ausgetrocknet oder zerstört

Auch der artenreiche Lebensraum entlang der Flüsse wurde weitgehend zerstört, 80 Prozent der Auen sind von Verlust bedroht und nur noch 10 Prozent von ihnen können noch ihre wichtigen Aufgaben für den Hochwasserschutz und die Wasserqualität übernehmen. Dabei sind sie unsere besten Puffer gegen Hochwasserereignisse. Auen wiederherzustellen ist zwar kein leichtes Spiel, aber von großem Nutzen für die Artenvielfalt, den Hochwasserschutz und so auch für den Menschen.

Wir müssen aufhören unsere Umwelt zu vergiften, stattdessen müssen wir das Vorsorgeprinzip wieder stärken. Noch immer spüren wir die Auswirkungen von Giften, die bereits seit den 70er Jahren verboten sind. Rückstände von Chlorpestiziden wie zum Beispiel DDT werden noch heute in unseren Fischen, wie zum Beispiel dem Aal nachgewiesen. Es gibt sogar Empfehlungen, gefangene Aale aus bestimmten Gewässern nicht zu verzehren, weil die Giftrückstände nachweislich zu hoch sind.

Bundesregierung muss die Wasserrahmenrichtlinie konsequent umsetzen

Von der neuen Bundesregierung braucht es mehr Raum für Flüsse statt leerer Versprechen. Denn es ist völlig offen, wie die Bundesregierung die europäische Wasserrahmenrichtlinie umsetzt und ob sie bis 2021 einen guten ökologischen Zustand an allen Flüssen erreichen kann. Die Antworten auf die Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion macht den Handlungsbedarf mehr als deutlich. Die Bundesregierung muss die Wasserrahmenrichtlinie endlich konsequent umsetzen und entschlossen handeln, ansonsten nimmt sie sehenden Auges die weitere Zerstörung der Natur und ein weiteres EU-Vertragsverletzungsverfahren mit Millionenzahlungen in Kauf.

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